04.01.2019 
Vorbild für Ryanair und Co.

Der "Meister Yoda" der Billigfliegerei ist tot

Für Michael O'Leary (57) ist er "der Meister Yoda der günstigen Fluglinien": Herb Kelleher begründete vor über fünfzig Jahren mit Southwest Airlinies die Billigfliegerei. Am Donnerstag ist der Amerikaner im Alter von 87 Jahren gestorben.

"Er war Anführer, Visionär und Lehrer: Ohne Herb gäbe es kein Ryanair und keine günstigen Fluglinien", sagte Ryanair-Chef O'Leary in einem Tweet seines Unternehmens. Der Ire, der mit seiner Fluglinie den europäischen Markt revolutionierte, hatte Ryanair weitgehend nach dem Modell Southwest aufgebaut. Kellehers Tod markiere einen traurigen Tag, befindet O'Leary, sowohl für die Luftfahrtbranche wie auch für die Verkaufszahlen von "Wild-Turkey"-Bourbon: Der exzentrische Manager war für seine Vorliebe für Whisky und Zigaretten bekannt.


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Jon Ostrower, Chefredakteur der Branchenwebsite TheAircurrent.com, twitterte, es gebe wenige Menschen, "die eigenhändig einen nachweisbaren Teil der modernen Wirtschaft aufgebaut haben. Herb Kelleher war einer von ihnen."

Der Amerikaner hatte Southwest Ende der 60er Jahre - damals noch als Anwalt im texanischen San Antonio - gemeinsam mit seinem Klienten Rollin King begründet und mit vielen heute üblichen Methoden die Kosten der Fluglinie gedrückt: Southwest verwendete ausschließlich ein Flugzeugmodell, die Boeing 737, um die Wartung möglichst einfach zu halten; Mahlzeiten wurden durch Erdnüsse ersetzt, zweitrangige Flughäfen statt zentrale Knotenpunkte angeflogen. Die Folge: Seit 1973 verdient die Airline ununterbrochen Geld, innerhalb der USA transportiert heute keine Fluglinie mehr Passagiere.

Auch persönlich mag Kelleher als Vorbild für den in Europa wesentlich bekannteren Michael O'Leary hergehalten haben: Wie später der Ire inszenierte sich Kelleher als Sprachrohr und Symbol seiner Marke, trat in Werbespots auf und forderte einen konkurrierenden Luftfahrt-CEO etwa zu einem Match im Armdrücken heraus. Im Rückblick auf seine 2008 beendete Karriere sagte er 2011 in einem Interview, am stolzesten sei er darauf, dass Southwest - immerhin Teil einer Branche, die nach 2001 zehntausende Jobs gestrichen habe - niemals Stellen habe abbauen müssen.

luk mit Reuters und AP

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