09.07.2019 
Karriere

Was ein MBA bringt

2. Teil: Das kann teuer werden

Da die Business Schools, an denen man einen MBA erwerben kann, meist von privaten Unternehmen betrieben werden, sind die Gebühren oft hoch. In einer Erhebung von 2016 wurden durchschnittliche Studiengebühren von knapp 17.000 Euro ermittelt. Allerdings gibt es hierbei eine große Spannweite, und es können mitunter Beiträge von insgesamt 50.000 Euro entstehen. "Zu den Studiengebühren kommen aber weitere Kosten, zum Beispiel Reisekosten und die Unterkunft am jeweiligen Hochschulstandort dazu", gibt Frank Ziegele vom CHE zu bedenken.

Bei der Wahl des Studienortes spielen viele Faktoren eine Rolle. Wer den Master berufsbegleitend absolviert, sollte drauf achten, dass das Studienmodell mit Beruf und Familie vereinbar ist - beispielsweise mit Online-Phasen und Präsenz an der Hochschule in Blockveranstaltungen am Wochenende.

Europäische MBA-Guidelines geben Standards für die Programme vor. "Es ist sicher sinnvoll, bei den Hochschulen nachzufragen, wie sie diese Richtlinien erfüllen. Das vermeidet, dass man Mogelpackungen aufsitzt, die gar nicht den Standards genügen", so Ziegele.

Die Programme werden spezifischer. "Inzwischen gibt es MBAs mit Bezug zu ganz bestimmten Branchen und Sektoren, beispielsweise Gesundheitsmanagement, Tourismus oder Medien", erklärt Ziegele. Für einen solchen MBA müssen Interessierte aber genau wissen, dass sie sich in der betreffenden Branche beruflich spezialisieren wollen - "dann fördert das die Karrierechancen".

Spitzenverdiener toppt Minijobber: Bei wem kommt am meisten von einer Gehaltserhöhung an?Und winkt dann auch endlich das Managergehalt? Kommt ganz darauf an. Für den Bereich der Digitalwirtschaft gilt das nicht unbedingt. "Ein MBA taugt hier eher zur kurzfristigen Gehalts- und Karriereoptimierung und auch eher am Anfang des Berufslebens", erklärt Martina van Hettinga von der Personal- und Organisationsberatung i-potentials. Für Gehalt und langfristige Aufstiegschancen in der Digitalwirtschaft zählen vor allem die praktische Erfahrung und eine ausgereifte Persönlichkeit, die den Anforderungen der jeweiligen Rolle gewachsen ist.

Hohe Gehaltssprünge können jedoch die Absolventen erwarten, "die an einem MBA an einer der internationalen Top-Business-Schools in Vollzeitprogrammen teilnehmen", so Detlev Krans Einschätzung. "Hier verdoppeln sich oft Gehälter."

Und wie sieht es mit dem Sprung auf der Karriereleiter aus? Meist ist der Abschluss erst der Anfang auf dem weiteren Berufsweg. Die Absolventen müssen durch Leistung im Unternehmen zeigen, dass sie für höhere Positionen geeignet sind, erklärt Kran. "Es werden sicherlich nicht alle ihr Karriereziel erreichen, aber der Rückblick zeigt, dass Weiterbildung und besonders der MBA bei der Masse der Studierenden zu entsprechenden Erfolgen geführt haben."

Maximilian Konrad, dpa

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