07.02.2019 
Zu wenig Geld, zu wenig Chancen, zu viel Arbeit

Deutsche sind am unzufriedensten im Job

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Wer hierzulande unzufrieden mit seinem Job ist, hat zumindest einen Trost: Er oder sie ist nicht alleine. Eine neue Studie zeigt: Im internationalen Vergleich sind deutsche Angestellte am unzufriedensten mit ihrer Arbeit - vor allem im Vergleich mit den USA und Skandinavien.

Für den "Engagement Report" des dänischen Unternehmens Peakon wurden Daten von mehr als 500.000 Angestellten aus 235 Unternehmen verschiedenster Größe aus Deutschland, den USA, Großbritannien und Skandinavien analysiert; die Peakon-Software, die direktes Mitarbeiter-Feedback ermöglicht, wird in Deutschland nach Auskunft des Unternehmens von mehr als 70 Firmen genutzt, darunter Metro, Randstad und DHL Deutsche Post.

15 Fragenkategorien wurden untersucht - von der Wahrscheinlichkeit, den eigenen Arbeitgeber weiterzuempfehlen, über das Arbeitspensum, die Unterstützung durch das Management oder die Entlohnung. In den USA ist der Gesamtwert der Mitarbeiterzufriedenheit am höchsten, gefolgt von Skandinavien und Großbritannien. Deutschland ist das Schlusslicht. In den USA und Skandinavien würde die Hälfte der Angestellten ihren Arbeitgeber weiterempfehlen - in Deutschland ist es nur ein Viertel.

Angestellten in Deutschland macht vor allem der gefühlte Karrierestillstand zu schaffen: Nur jeder vierte der befragten Deutschen hat der Analyse zufolge das Gefühl, sich beruflich weiterzuentwickeln; in Skandinavien und den USA ist es jeder dritte Arbeitnehmer. Drei Viertel der deutschen Arbeitnehmer haben das Gefühl, bei der Arbeit überfordert zu sein und das vorgegebene Pensum nicht erfüllen zu können - ein europaweites Phänomen, das sich auch in Großbritannien und Skandinavien findet. In den USA sind es knapp 66 Prozent.

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Mit dem Ankereffekt zu mehr Gehalt

Julian Tesche, Leiter Geschäftsfeldentwicklung DACH von Peakon, sagt: "Angestellte in den USA und Skandinavien sind meist zufriedener mit ihrem Arbeitgeber, weil es dort eine ganz andere Kultur der Mitarbeiterführung gibt als in Deutschland. Beschäftigte, die von ihren Vorgesetzten mit der Freiheit ausgestattet sind, eigene Entscheidungen zu treffen und ihre Arbeitszeit flexibel einzuteilen, sind zufriedener mit ihrem Unternehmen und eher bereit, es weiterzuempfehlen."

Auch beim Geld hapert es: Nur 16 Prozent der befragten Deutschen waren mit ihrem Einkommen zufrieden; mit den langfristigen Zielen des Unternehmens war nur ein gutes Fünftel einverstanden.

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