27.02.2019 
Huawei vs. USA

Showdown auf der weltgrößten Branchenmesse

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So etwas nennt man wohl Guerillataktik: Vertreter der amerikanischen Regierung sind auf einer Leitmesse der Telekommunikationsindustrie den chinesischen Netzwerkausrüster Huawei frontal angegangen.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, veranstaltete eine US-Delegation mit dem Chairman der Telekom-Regulierungsbehörde FCC an der Spitze eine Art Kundgebung auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Die Messe wird maßgeblich von Huawei mit gesponsert. Dort warnten die Amerikaner anwesende Industrievertreter vor dem chinesischen Konzern, den sie als "heuchlerisch" und "betrügerisch" bezeichneten. Und verkündeten: Länder, die auf Netzwerkausrüstung der Chinesen setzten, dürften dafür keine US-Hilfe verwenden.

Konkrete Beweise legten die US-Vertreter bei ihrer Präsentation in einer vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Stand nicht vor. Mikrofone und ein Podium waren dem Blatt zufolge nicht vorhanden, weshalb es teilweise Probleme gegeben habe, die Redner zu verstehen. Dem Blatt zufolge trugen sie Schlüsselbänder vom Huawei-Konkurrenten Ericsson um den Hals.

Die USA lehnen eine Beteiligung des chinesischen Konzerns am Ausbau ihres 5G-Netzes ab und versuchen andere Länder in der Angelegenheit auf ihre Seite zu ziehen. Washington fürchtet den Angaben zufolge, dass Huawei von der Führung in Peking gezwungen werden könnte, Länder, die ihre Netzwerktechnologie nutzen, auszuspionieren. Außerdem werfen die USA den Chinesen vor, gegen die US-Sanktionen gegen Iran verstoßen zu haben.

Die Finanzchefin des Konzerns und Tochter des Unternehmensgründers, Meng Wanzhou, war Anfang Dezember auf Betreiben der US-Behörden in Kanada festgenommen worden. Ihr wird vorgeworfen, gegen die Iran-Sanktionen verstoßen zu haben. Zwei Huawei-Tochterunternehmen wird zudem in zehn weiteren Anklagepunkten Industriespionage zur Last gelegt.

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