14.02.2019 
25.000 Jobs - na und?

Amazon gibt Pläne zum Bau eines Standortes in New York auf

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Der Online-Händler Amazon gibt die Pläne, eine große Niederlassung in New York zu errichten, auf. Das gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt, wie unter anderem die "New York Times" berichtet. Grund für den Rückzug sind demnach Widerstände, auf die der Online-Konzern in der Stadt mit seinen Plänen gestoßen ist.

Amazon hatte monatelang nach einem weiteren Standort gesucht, um dort ein zweites Headquarter neben dem ursprünglichen Hauptquartier des Konzerns in Seattle aufzubauen.

Zahlreiche Städte bewarben sich bei dem Unternehmen, immerhin geht es um rund 50.000 Arbeitsplätze. Anfang 2018 stellte der Onlineriese schließlich eine Liste von 20 Städten vor, die in der engeren Auswahl stünden, insgesamt hatten sich 238 Orte beworben. Am Ende entschied sich Amazon für zwei Niederlassungen, mit jeweils etwa 25.000 Arbeitsplätzen. Eine sollte demnach in New York City auf Long Island entstehen, die andere in Nord-Virgina in der Nähe von Washington D.C.

Anders als in New York segneten die Bundesstaaten Virginia und das angrenzende Tennessee den Deal mit Amazon schnell ab, der auch hohe Subventionen für die Ansiedlung des Konzerns beinhalten soll. Während New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio den Zuschlag von Amazon als wirtschaftlichen Triumph feierte, formiert sich in der Millionenmetropole hingegen seit der Entscheidung die Opposition.

So wurde erst vor kurzem Senator Michael Gianaris, ein Kritiker der Amazon-Niederlassung, vom Senat in ein Gremium gewählt, das mit seinem Veto die Niederlassung stoppen könnte.

Auch die Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez, deren Wahlbezirk an den Bezirk der geplanten Niederlassung grenzt, kämpft vehement gegen Amazons Vorhaben. Gentrifizierung und steigende Miet- und Immobilienpreise machen den Bezirken in und rund um der Metropole zu schaffen und hätten sich seit der Ankündigung von Amazon noch verschärft. Zudem stehen die hohen Subventionen für Amazon in der Kritik.


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So berichtete die "Washington Post", mit einer Genehmigung in New York sei erst im Jahr 2020 zu rechnen. Intern soll es bei Amazon heißen, das Unternehmen habe noch kein Land für das Projekt gekauft oder gepachtet, daher sei ein Rückzug für den Konzern kein Problem. Unklar bleibt, ob die Infragestellung des Projekts nur als Druckmittel auf Lokalpolitiker im Zuge der Verhandlungen dienen soll oder ob das Projekt tatsächlich in Frage gestellt wird. Eine Entscheidung soll zumindest noch nicht gefallen sein.

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