01.10.2018 
Aktie des Billigfliegers stürzt

Streiks und Spritpreise setzen Ryanair zu

Die Streikwelle sowie gestiegene Kerosinpreise fordern beim Billigflieger Ryanair ihren Tribut. Am Montag kappte die Fluggesellschaft ihre Prognose für das laufende Jahr. Der Gewinn dürfte im Geschäftsjahr 2018 nun bei 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro liegen, teilte Ryanair mit. Bislang war der Konzern von 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro ausgegangen.

Ryanair erwischte seine Anleger mit der Prognosesenkung auf dem falschen Fuß. Die Aktien des Billigfliegers sackten am Montag um bis zu 12,3 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 11,50 Euro ab. Auch die Titel von Rivalen gerieten in den Abwärtsstrudel: Lufthansa waren mit einem Kursminus von 2,2 Prozent Schlusslicht im Dax. Die Titel von Air France-KLM verloren in Paris 3,2 Prozent, Wizz Air und Easyjet gaben je knapp fünf Prozent nach.

Als Grund für die verschlechterten Aussichten gab Ryanair die Streiks in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Portugal an. Diese hätten höhere Kosten verursacht und auch zu geringeren Buchungen für die Herbstferien und die Weihnachtssaison geführt.

Zusätzlich dürfte jedoch auch der gestiegene Ölpreis die Kerosinkosten stärker in die Höhe getrieben haben als zunächst angenommen. Sollten sich die Flugunterbrechungen im dritten Quartal fortsetzen, müsste die Prognose womöglich erneut gesenkt werden, hieß es.

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Die Preise für Rohöl sind seit einigen Wochen im Höhenflug. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent aus der Nordsee kostet derzeit mit rund 83 Dollar so viel wie seit vier Jahren nicht mehr. Hintergrund dafür sind Spekulationen von Börsianern auf einen Angebotsengpass.

dpa-afx/rtr/akn

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