24.10.2019 
Trotz US-Strafzöllen

Airbus holt sich Großauftrag von US-Airline

Der europäische Flugzeugbauer Airbus kann mitten in der Krise seines US-Rivalen Boeing auf einen Großauftrag aus den USA hoffen. Die US-amerikanische Fluggesellschaft Spirit Airlines habe einen Vorvertrag über bis zu 100 Mittelstreckenjets aus der A320neo-Modellfamilie unterzeichnet, teilte Airbus am Donnerstag in Toulouse mit. Das US-Unternehmen wolle eine verbindliche Bestellung abgeben, die die Modellvarianten A319neo, A320neo und A321neo umfasse. Zudem habe Spirit die Option, weitere 50 Flugzeuge von Airbus zu kaufen.

Der Airbus A320neo und seine längeren und kürzeren Varianten sind die Konkurrenzmodelle zu Boeings modernisiertem Mittelstreckenjet 737 Max, für den seit März nach zwei tödlichen Abstürzen ein weltweites Flugverbot gilt. Der US-Konzern hatte die Max entwickelt, nachdem ihm Airbus mit den neo-Flugzeugen reihenweise Airlines aus seiner Heimat als Kunden abspenstig zu machen drohte.


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Spirit Airlines, eine amerikanische Billigfluggesellschaft, ist schon seit einiger Zeit großer Airbus-Kunde. Die Fluggesellschaft betreibt laut Medien bereits 138 Flugzeuge aus der A320-Familie. Mit dem neuerlichen Auftrag zeigt sich die US-Airline unbeeindruckt von den Strafzöllen, die die US-Regierung gegen die Europäer verhängt hat. Erst vor kurzem hat die Welthandelsorganisation (WHO) die Strafzölle genehmigt, die die USA wegen Airbus-Subventionen verhängt hat.

dpa/rtr/akn

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