17.01.2019 
Big Mac für alle

McDonald's verliert Markenschlacht um Big Mac

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Schlappe für den Burgerbrater McDonald's: Der amerikanische Fastfoodkonzern könnte in Europa die Markenrechte für den Big Mac verlieren. Dies geht aus einem Löschungsbeschluss des Europäischen Markenschutzamtes EUIPO vom Freitag hervor. Sollte der Beschluss rechtskräftig werden, dürften künftig auch andere Fastfood-Ketten ihre Fleischklöpse unter dem Namen Bic Mac verkaufen. Allerdings hat McDonald's angekündigt, gegen die Entscheidung vorzugehen.

In ihrer Entscheidung gaben die EU-Markenhüter einem McDonald's-Wettbewerber aus Irland recht, der gegen den Markenschutz vorgegangen war. Supermac's, eine irische Fastfoodkette mit mehr als 100 Restaurants, war Presseberichten zufolge in der Vergangenheit mit McDonald's aneinandergeraten, nachdem die Amerikaner die Iren offenbar unter Verweis auf Markenrechte an der Expansion hindern wollten. Big Mac und Supermac's könnte von den Kunden verwechselt werden, so offenbar die Argumentation von McDonald's. Diese Sicht dürften die Amerikaner mittlerweile bereuen.

Weil sie sich von McDonald's zu unrecht schikaniert fühlten, gingen die Iren gegen den Markenschutz vor - und das mit Erfolg. McDonald's habe keine ausreichenden Beweise vorgelegt, dass das Unternehmen die Marke Big Mac in den fünf Jahren nach Registrierung im März 1999 ernsthaft und kontinuierlich verwendet habe, befanden die Richter. Diese Voraussetzung ist allerdings mit dem dauerhaften Schutz einer Marke verbunden.

Die Anwälte der Amerikaner, die Münchener Kanzlei Bardehle Pagenberg, hatte zwar versucht, diesen Vorwurf unter anderem mit Hilfe von Werbematerialien und Big-Mac-Verpackungen zu entkräften. Sie scheiterten mit ihrem Ansinnen jedoch vor dem EUIPO. Die Markenhüter hielten die Beweise nicht für ausreichend, um die kontinuierliche und ernsthafte Nutzung im bezeichneten Zeitraum nachzuweisen.

Der Widerruf des Markenschutzes greift laut EUIPO rückwirkend zum April 2017, dem Datum, an dem Supermac's den Antrag gestellt hatte, den Markenschutz für Big Mac für nichtig zu erklären.

McDonald's kann gegen die Entscheidung allerdings rechtlich vorgehen und hat dies laut amerikanischen Medien auch bereits angekündigt. Halten die Anwälte die Frist ein, könnte die Entscheidung damit in die nächste Instanz gehen und würde zunächst nicht rechtskräftig.

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