13.02.2019 
Ikea denkt über "Möbel-Zalando" nach

Wie Ikea sein Geschäftsmodell in die Zukunft retten will

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So medienpräsent war Inter-Ikea-Chef Torbjörn Lööf selten. Im Monats-, manchmal sogar im Wochenrhythmus verkündet der mittlerweile mächtigste Ikea-Manager aktuell neue Projekte des schwedischen Möbelriesen: Ob neue Innenstadt-Läden, Ankaufsprogramme für gebrauchte Möbel, neue Leasing-Modelle oder die geplante Präsenz auf Verkaufsplattformen wie Alibaba oder Amazon.

Lööfs Kommunikationsstrategie ist klar: Bei Ikea tut sich was - und zwar reichlich. Am Dienstag kam dann schließlich der neueste Vorstoß: Eine Möbelplattform in der Art, wie Zalando sie für Mode darstellt, das wär doch was, ließ Inter-Ikea-Chef Lööf über die "Financial Times" verlauten.

Für den Möbelriesen Ikea sind das fast revolutionäre Zustände. Zeichnete sich der vom Schweden Ingvar Kamprad gegründete Möbelhändler doch lange durch ziemliche Verschwiegenheit aus. Und sicher nicht durch überbordende Experimentierfreude.

Auch mit dem Onlinegeschäft tat sich Ikea lange schwer. Zu gut lief das stationäre Geschäft mit den Selberbaumöbeln und bunten Wohnaccessoires, als dass man sich bei Ikea den Kopf über Onlinegeschäft und Logistiklösungen hätte zerbrechen müssen. Doch mittlerweile ist man aufgewacht. Die Schweden spüren den Atem der Konkurrenz aus dem Internet im Nacken - und mittlerweile auch in der eigenen Bilanz.

Um mehr als ein Drittel ist der Vorsteuergewinn von Ingka, der Holding, die einen Großteil der weltweiten Ikea-Filialen betreibt, im Hauptgeschäft im abgelaufenen Geschäftsjahr eingebrochen.

Mit massiven Investments - im abgelaufenen Jahr alleine 2,8 Milliarden Euro - will Ikea nun den Anschluss schaffen in eine Verkaufswelt, die sich massiv verändert hat. Und deshalb investiert der Möbelriese mittlerweile fleißig in Logistikzentren und baut hippe Erlebnisstores in europäischen Innenstädten.

Auch bei Wohnaccessoires und Preisen wächst der Wettbewerb

"Ikea ist aktuell gleich von mehreren Seiten unter Druck", fast Pierre Haarfeld vom Online-Living-Berater Digital Apartments die Lage des schwedischen Möbelhändlers zusammen. Neben der starken Konkurrenz von Onlineplayern wie Wayfair, Made.com, Otto.de oder auch Home24, wächst mittlerweile auch in dem für Ikea wichtigen lukrativen Geschäft mit Wohnaccessoires die Konkurrenz. Neben H&M und Zara versorgt mittlerweile auch der Onlineversender Asos die Kunden mit modischen Wohntrends. Und auch preislich ist Ikea längst nicht mehr das Non-plus-Ultra, meint Haarfeld. "Da hat die Konkurrenz gut aufgeholt."

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