16.07.2019 
Angeschlagener Modehersteller

Millionen-Finanzspritze für Gerry Weber

Der angeschlagene Modehersteller Gerry Weber erhält von britischen Investoren eine Finanzspritze von bis zu 49,2 Millionen Euro. Das Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben mit Fonds, die von Robus Capital Management und Whitebox Advisors verwaltet werden, auf ein Sanierungskonzept verständigt.

Mit ihnen sei eine verbindliche Investmentvereinbarung im Rahmen eines Insolvenzplans geschlossen worden, teilte die Gerry Weber International AG am späten Montagabend in Halle mit. Dies sei mit Zustimmung des Gläubigerausschusses und des Sachwalters Stefan Meyer geschehen.

Der Insolvenzplan sehe vor, dass Robus und Whitebox einen Betrag von bis zu 49,2 Millionen Euro für die nachhaltige finanzielle Sanierung von Gerry Weber International "zur Verfügung stellen". Die Gläubiger sollen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und könnten sich dann zwischen einer Abfindung in bar und "verschiedenen Finanzinstrumenten zur Wertaufholung entscheiden". Das bereits begonnene Sanierungskonzept von Gerry Weber werde weiter umgesetzt.


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Gerry Weber International hatte im Januar Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt - mit dem erklärten Ziel, das Unternehmen zu sanieren. Das Sanierungskonzept sieht nach früheren Angaben unter anderem die Schließung von 146 Stores und Verkaufsflächen und den Abbau von 330 Vollzeitarbeitsplätzen in Deutschland vor. Vor einer Woche übernahm Robus die Mehrheitsanteile an der Gerry-Weber-Tochter Hallhuber.

rei/dpa

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