15.01.2019 
Höherer Verlust

Gerry Weber rutscht noch tiefer ins Minus

Der kriselnde Modekonzern Gerry Weber ist im abgelaufenen Geschäftsjahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als zuvor befürchtet. Angesichts der Geschäftsplanung von Hallhuber sowie einer Anpassung der Bewertung des finnischen und norwegischen Geschäfts ergebe sich ein Wertberichtigungsbedarf von insgesamt 44,2 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Montag in Halle/Westfalen mit.

Daher dürfte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 ein Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 192,3 Millionen Euro angefallen sein. Im vergangenen Dezember war Gerry Weber noch von einem Fehlbetrag von 148,1 Millionen Euro ausgegangen.

Ohne Berücksichtigung von Sondereffekten im Zusammenhang mit der Konzernrestrukturierung und Wertberichtigungen geht das Management weiter von einem operativen Minus von 15,5 Millionen Euro aus nach einem Plus von fast 20 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die endgültigen Zahlen sollen jedoch erst am 28. Februar veröffentlicht werden.


Lesen Sie auch:
manager magazin Premium: Gerry Weber - Hedgefonds nutzen Panik bei Schuldscheininvestoren
Gerry Weber baut mehr Stellen ab als bekannt
Modekonzern Gerry Weber: Investoren belohnen Vorstandsumbau mit Aktien-Höhenflug
Gerry Weber bestellt Sanierungsgutachten


Der Modekonzern mit den Kernmarken Gerry Weber, Hallhuber, Samoon und Taifun hatte im November einen verschärften Sanierungskurs mit einem deutlichen Stellen- und Filialabbau angekündigt. So sollen weltweit 900 von 6500 Arbeitsplätze und bis zu 200 Filialen wegfallen. Der Aktienkurs hatte sich daraufhin ein wenig erholt, war zuletzt aber wieder stark gefallen.

Am Montag schwankte der Kurs stark um den Freitagsschluss. Zuletzt ging es um rund 4 Prozent auf 2,67 Euro aufwärts. Zum Vergleich: Zu den besten Zeiten im Jahr 2014 hatten die Papiere fast 40 Euro gekostet.

dpa-afx/akn

Mehr zum Thema