09.12.2015 
North-Face-Gründer stirbt bei Kajak-Unfall

Der freie Radikale

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Klein, klein gab es mit ihm nicht. Ob der Outdoor-Ausrüster North Face oder der Klamottenkonzern Esprit - der US-Millionär Douglas Tompkins hat immer groß gedacht. Das letzte Projekt des geläuterten Umweltaktivisten müssen nun allerdings andere fortsetzen. Am Dienstag kenterte der 72-Jährige mit seinem Kajak in Patagonien und starb an Unterkühlung.

Tompkins, der in seinen jungen Jahren mit The North Face und Esprit gleich zwei Internationale Großkonzerne gründete, lebte zuletzt mit seiner Frau, einer ehemaligen Chefin des Outdoor-Labels Patagonia, zurückgezogen auf einer nur per Boot oder per Flugzeug erreichbaren Farm in Süd-Chile.

Sein Leben hatte der begeisterte Outdoor-Sportler nach dem Ausstieg aus dem Wirtschaftsleben ganz der Umwelt gewidmet. Mit seiner Frau kaufte der streitbare Millionär von Beginn der 90er Jahre an riesige Flächen in Patagonien auf. Und wandelte diese in Nationalparks um. Rund 10.000 Quadratkilometer sollen dabei bereits zusammengekommen sein, was in etwa der Größe Zyperns entspricht.

Sowohl Umweltorganisationen als auch das inzwischen verkaufte North Face würdigten Tompkins Leistungen als Naturschützer. "Doug war ein leidenschaftlicher Anwalt für die Umwelt" teilte das im Jahr 2000 von dem Bekleidungsriesen VF Corporation übernommene Outdoor-Label in einem Nachruf mit. Mit seiner Arbeit habe er dazu beigetragen, dass auch die künftigen Generationen noch Natur zu erkunden hätten.

Auch Organisationen wie Sea Shepherd oder Greenpeace bedauerten Tompkins Tod, der sich zuletzt auch massiv gegen mehrere Staudammprojekte stark gemacht hatte und die Technologie-Gläubigkeit seiner amerikanischen Heimat kritisierte.

Höher, schneller, weiter - erst in der Wirtschaft, dann im Umweltschutz

Völlig unumstritten war das Engagement des US-Millionärs in Chile und Argentinien allerdings nicht. Einige warfen dem "König von Patagonien" vor, mit seinem Naturschutz die wirtschaftliche Entwicklung der von ihm aufgekauften Landstriche zu behindern, während er selbst sich alles leisten konnte.

Diese Vorwürfe brachten Tompkins nicht von seinen Projekten ab. Wenn man mit politischem Druck nicht umzugehen gewillt sei, solle man besser die Finger vom Naturschutz lassen, kommentierte Tompkins einmal den ihm entgegengebrachten Widerstand in der "New York Times".

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