15.11.2018 
Steuerdeals für neue Hauptquartiere

So greift Amazon Milliarden vom Fiskus ab

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Rund 50.000 neue Jobs wolle man schaffen und rund fünf Milliarden Dollar investieren: Das kündigte der Online-Riese Amazon an, als er im September 2017 die Suche nach einem Standort für sein zweites Hauptquartier in Nordamerika startete. Über 200 Städte bewarben sich, nun stehen die Sieger des großen Standortwettkampfs fest: Amazon eröffnet statt einem einzelnen gleich zwei weitere Hauptsitze - in New York City und Crystal City in Arlington, einen Vorort der US-Hauptstadt Washington im Bundesstaat Virginia auf.

Die Details der Standort-Deals sorgen in den USA aber für Unmut, und zwar bei Linken wie Konservativen. Denn bei seinen neuen Standorten hat Amazon milliardenschwere Steuererleichterungen verhandelt, heißt es in US-Medien. Der Online-Händler hat wie andere US-Techkonzerne ohnedies den Ruf, weltweit Steuerschlupflöcher auszunutzen und oft nur sehr geringe Steuern zu zahlen.

Für die Ansiedlung seiner neuen Hauptquartiere hat Amazon aber offenbar richtig aufgedreht - und den beiden Städten laut dem US-Wirtschaftsmagazin Fast Company dreiste Zugeständnisse abgelockt:

Mit den nun angekündigten Steuererleichterungen habe Amazon seit 2012 gut vier Milliarden Dollar von den US-Steuerzahlern erhalten. Zugleich sei das Privatvermögen von Amazon-Chef Jeff Bezos alleine in diesem Jahr um 36 Milliarden Dollar gestiegen, merkt ein Reporter der Seattle Times via Twitter süffisant an.

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