04.04.2019 
Aldi und Lidl in der Krise

Warum die alte Welt der Discounter Geschichte ist

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Es sind Schlagzeilen, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären: Da posieren Aldi-Erbinnen in Klatschblättern, Berichte über eine erbitterte Familienfehde im Aldi-Clan machen die Runde, über Gerichtsstreitereien wird geschrieben und gleich reihenweise werden Rücktritte und Personalrochaden vermeldet. Aktuell scheint kaum eine Woche zu vergehen, in der es nichts Neues, Skandalöses, Belustigendes oder Umwälzendes von den großen deutschen Discountern Aldi und Lidl oder den Menschen dahinter zu berichten gäbe.

Auch geschäftlich sind die beiden großen Discountermarken längst aus dem ruhigen Fahrwasser geraten. Sorgte früher das Prinzip eines übersichtlichen Produktangebotes zu möglichst niedrigen Preisen für verlässlich hohe Margen, haben beide dieses simple Konzept ad acta gelegt. Doch der Versuch, sich den neuen Kundenanforderungen anzupassen, gestaltet sich schwieriger als erwartet.

Aldi Nord, wo der Nachholbedarf in Sachen Attraktivität am größten war, schrieb 2018 auf dem für ihn so wichtigen deutschen Heimatmarkt erstmals sogar Verluste.

Und selbst beim Umsatz blieb das milliardenschwere Modernisierungsprogramm, mit dem der Discounter den Muff der Vergangenheit abschütteln will, zuletzt weitgehend wirkungslos. Im vergangenen Jahr legten die Umsätze lediglich um ein Prozent zu - nur ein Bruchteil dessen, was sich der Discounter erhofft hatte. Ganz offensichtlich, so Branchenbeobachter, seien die Mitarbeiter mit dem Handling des neuen Angebots noch überfordert.

Aber auch bei Aldi Süd lief es zuletzt alles andere als rosig. Im Februar 2018 rief der Discounter seine Regionalfürsten zur Krisensitzung, weil der Händler in Deutschland kaum noch Geld verdiente.

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