11.04.2019 
Nach der Senvion-Insolvenz

Was von der deutschen Windkraftindustrie bleibt

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Kaum zu glauben, aber um dieses Unternehmen gab es einmal einen milliardenteuren Bieterstreit. Jetzt ist Senvion insolvent, zumindest die deutsche GmbH, doch die in Luxemburg residierende Muttergesellschaft dürfte bald folgen. Der Börsenwert ist kaum noch nennenswert. Nun hofft der Hamburger Windradhersteller, die Sanierung in Eigenregie doch noch mit einem zuvor verweigerten Schuldenerlass der Gläubiger abschließen zu können.

Aber das Signal ist eindeutig: Der Preiskampf in der Windkraftindustrie fordert erste Opfer. Die mit den Subventionen der deutschen Energiewende gewachsene Branche steht zwar nicht vor dem totalen Exitus wie einst die Solarkollegen. Der Artenschutz ist jedoch vorbei, spätestens seit der deutsche Markt 2017 auf ein Auktionsmodell anstelle garantierter Einspeisevergütungen umgestellt wurde.

Weltweit schrumpfte die Installation neuer Windräder im vergangenen Jahr, in Deutschland jedoch brach sie um 43 Prozent auf 3,63 Gigawatt Kapazität ein. Windkraftexperte David Hostert von "Bloomberg New Energy Finance" sagt der Branche "zwei stürmische Jahre" voraus.

Das Neugeschäft werde zwar wieder kräftig wachsen, aber mit verschärftem Preiswettbewerb - eine existenzielle Probe für alle Hersteller. Nur wer besonders effizient produziert und ausreichend Kapital besitzt, dürfte übrig bleiben. "Das wird schon für die 'großen Vier' schwer zu meistern, ganz zu schweigen von den kleineren Turbinenherstellern." Zu denen zählen die deutschen Platzhirsche, und ihr Heimatmarkt wird zum Standortnachteil.

Mit welchen hausgemachten Problemen die heimischen Windkraft-Firmen kämpfen und wo sie noch Chancen haben, lesen Sie im Detail in den folgenden Absätzen.

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