06.09.2019 
Schub für Elektromobilität: BMW, BASF und Varta wohl dabei

EU-Gigafactory - der zweite Batteriezellen-Verbund steht

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kommt bei seinen Bemühungen um den Aufbau einer Batteriezellenfertigung in Europa voran. Neun europäische Staaten haben das Arbeitsprogramm für einen zweiten europäischen Batterieverbund beschlossen, wie das Ministerium am Freitag mitteilte. Welche Firmen in dem Konsortium dabei sind, war zunächst nicht offiziell bekannt. Laut Informationen des "Handelsblatts" sollen unter anderem die deutschen Unternehmen BMW, BASF und Varta dabei sein.

Altmaier erklärte, innerhalb eines Jahres sei es gelungen, zwei europäische Großprojekte zur Batteriezellfertigung auf das Gleis zu setzen. Die Projekte sollen als "Important Projects of Common European Interest" (IPCEI) realisiert werden. Deutsche Unternehmen spielten in beiden Projekten eine tragende Rolle, hieß es.

Das Wirtschaftsministerium fördert den Aufbau einer Batteriezellfertigung mit einer Milliarde Euro. Die Förderung solle dazu beitragen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland und Europa zu erhalten und aufzubauen. In Deutschland sei ein besonderer Fokus auf Projekten in Strukturwandel-Regionen geplant, hieß es mit Blick auf den geplanten Kohleausstieg.

Peugeot, Opel und Saft Mitglieder im ersten Verbund

In einem ersten Verbund, einem deutsch-französischen Konsortium, ist auch Opel dabei, wie bereits bekannt war. Weitere Partner sind die Opel-Muttergesellschaft PSA und der französische Batteriehersteller Saft.

Derzeit kaufen deutsche Hersteller Zellen in Asien und bauen diese dann selbst zu großen Akkus für ihre Elektroautos zusammen. Eine eigene Fertigung in Deutschland galt bisher als zu teuer. Befürchtet wird aber eine zu starke Abhängigkeit von externen Zulieferern. Das stört nicht nur Arbeitnehmervertreter und manche Automanager. Auch Politiker in Deutschland und der EU fürchten, dass dadurch Arbeitsplätze und Wertschöpfungauf dem Spiel stehen. Weil eine wachsende Nachfrage nach Elektroautos erwartet wird, steigt in den kommenden Jahren auch der Bedarf nach Batterien sowie nach den darin enthaltenen Zellen. EU-Kommissionsvize Maros Sefcovic hatte daher 2017 eine Batterie-Allianz auf den Weg gebracht. Ziel ist, rechtzeitig zu dem erwarteten Boom von Elektroautos in Europa Batteriefabriken aufzubauen. Bisher werden nach offiziellen Angaben rund 84 Prozent der Batterien weltweit in Asien produziert und nur drei Prozent in Europa.

Wir stellen die wichtigsten Player im großen europäischen E-Autoakku-Monopoly vor.

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