21.12.2015 
Paydirekt bald auch auf Smartphone

Ein Turbo für den Paypal-Konkurrent der Banken

Von Tim Bartz

Bislang verläuft er schleppend, der Start von Paydirekt - jenem Gemeinschaftsprojekt, mit dem die deutschen Banken den US-Bezahldienst Paypal angreifen wollen. Nach langem Zögern vor kurzem gestartet, sind bislang zwar mehr als 800 Geldinstitute angeschlossen, darunter Commerzbank , Postbank , HypoVereinsbank und viele Volksbanken. Die Deutsche Bank zieht bald nach, die Sparkassen im Frühjahr 2016.

Aber: Erst 60.000 Privatkunden nutzen den Dienst, und nur etwa 20 Händler akzeptieren Paydirekt als bargeldlose Bezahlmethode, darunter als bekanntester Name der Süßwarenhersteller Haribo. Paypal , der seit vielen Jahren arrivierte Platzhirsch, genießt das Vertrauen von 16 Millionen Kunden und mehr als 50.000 Akzeptanzstellen.

Jetzt aber kommt, zumindest an der technologischen Front, Bewegung in die Sache: Nach Informationen von manager magazin online verhandelt Paydirekt mit der BIW-Bank für Investments und Wertpapiere AG, die zur börsennotierten Frankfurter Fintech Group gehört, über die Nutzung von deren Kesh-Technologie.

Bargeldüberweisungen künftig in Sekundenschnelle auch per Handy

Kesh ermöglicht per App für Smartphones mit Android- oder iOS-Betriebssystem Bargeldüberweisungen in Sekundenschnelle. Das Bezahlungssystem basiert auf Bankkonten, die über Lastschrift, Überweisung oder EC-Karte am Geldautomaten aufgeladen werden.

Die Gespräche zwischen Paydirekt und Kesh laufen seit Wochen auf Hochtouren, die Partnerschaft könnte im neuen Jahr besiegelt werden. Es wäre für beide Seiten ein Durchbruch: Für Paydirekt, weil das Online-Bezahlmodell bislang nur via Computer funktioniert, nicht aber via Smartphone. Und für Kesh, weil die Technologie bisher nur regional und in kleinem Umfang eingesetzt. Etwa in der Oberhausener König-Pilsener-Arena oder seit der Saison 2014/15 in der Esprit Arena, der Heimspielstätte von Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf.

Einen weiteren Partner hat Kesh vor wenigen Tagen hinzugewonnen: Nach Informationen von manager magazin online können ab sofort die gut 6000 Mitarbeiter von VW Financial Services, der Banktochter des Automobilkonzerns, die Kesh-Dienste nutzen. Mit rund 100 Akzeptanzstellen rund um die Braunschweiger Zentrale der VW Bank ist diese Partnerschaft das bislang größte Pilotprojekt von Kesh.

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