18.03.2019 
Sparkasse lässt Kunden über Dresscode abstimmen

Wie hätten Sie Ihren Banker denn gerne, so ... so ... oder so?

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Der Dresscode in Banken ist immer wieder ein beliebtes Thema für Smalltalk: Ist es eine Frage der Kundenfreundlichkeit, auch im Hochsommer mit hochgeschlossenem Hemd oder hochgeschlossener Bluse sowie - im Falle männlicher Banker - mit Krawatte aufzutreten? Oder handelt es sich bei derartigen Usancen nicht doch eher um überholte Überbleibsel einer längst vergangenen Zeit?

Tatsächlich geht der Trend eindeutig zur Lockerung bekannt strenger Regeln, die seit Jahrzehnten das Erscheinungsbild der Beschäftigten im Geldgewerbe prägen. Die US-Bank Goldman Sachs beispielsweise machte kürzlich Schlagzeilen, weil der Vorstand den geltenden Dresscode offiziell außer Kraft setzte - verbunden allerdings mit dem Hinweis, die Mitarbeiter sollten doch bitte auch künftig den Erwartungen der Kunden entsprechen, was also kaum viel Spielraum für Veränderungen lassen dürfte. Auch die US-Bank JP Morgan erlaubt ihren Leuten bereits seit einiger Zeit lockerere Kleidung.

Die Frankfurter Sparkasse hat sich des Themas nun ebenfalls angenommen - und zwar auf ungewöhnliche Weise. Die Mitarbeiter der Bank sollen den Kunden gefallen, dachte sich das Management offenbar - also sollen die Kunden doch auch gleich mitentscheiden, wie die Frankfurter Sparkässler aussehen. Oder wie es Sparkassen-Chef Robert Restani ausdrückte: "Wie bei vielen anderen Themen orientieren wir uns auch an der Meinung unserer Kundinnen und Kunden, wenn es um den Dresscode geht."

Zu dem Zweck hat das Institut in verschiedenen Filialen Terminals aufgestellt, auf denen Bilder von zwei Mitarbeitern in jeweils drei verschiedenen Outfits zu sehen sind - von streng konservativ bis recht leger.

Seit einigen Wochen stimmen die Sparkassenkunden an diesen Terminals bereits darüber ab, in welchem Outfit sie ihre Bankberater am liebsten hätten. Über das bisherige Ergebnis des Votings wollte eine Sprecherin der Sparkasse gegenüber manager-magazin.de keine Auskunft geben. Es hätten bereits mehr als 2000 Personen an der Befragung teilgenommen, sagte sie lediglich. Und: Der bisherige Favorit sei "keineswegs das Bild mit Krawatte und Hosenanzug".

Was auch immer bei der Umfrage der Frankfurter Sparkasse herauskommt, fürchten müssen die Mitarbeiter des Instituts die Entscheidung ihrer Kunden offenbar in keinem Fall. Ein bindender Dresscode, so die Sprecherin, soll daraus nicht hergeleitet werden. Lediglich ein Leitfaden, an dem sich die Sparkassen-Beschäftigten dann orientieren können.

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