26.03.2019 
Großaktionäre sehen Commerzbank-Deal skeptisch

Katarer stellen sich bei deutscher Bankenfusion quer

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Die Überlegungen der Deutscher Bank zu einer Fusion mit der Commerzbank stoßen auf Widerstand unter ihren Großaktionären. Die Investoren aus Katar stellten sich gegen den Deal, berichtet die US-Nachrichtenagentur "Bloomberg" unter Berufung auf vier anonyme Quellen.

Der frühere Emir Hamad bin Khalifa Al Thani (67) und sein Cousin Hamad bin Jassim bin Jabor Al Thani (HBJ, 61), einst Premierminister des Golfstaats, besitzen zusammen gut 6 Prozent der Anteile an der Deutschen Bank - mehr als die anderen Großaktionäre.

Sie fürchteten jedoch, ihr Anteil würde durch eine für die Fusion nötige Kapitalerhöhung verwässert, heißt es in dem Bericht. Selbst ohne zusätzliche Aktien könnten sie in der Rangfolge der Eigner der fusionierten Großbank hinter die Commerzbank-Teilhaber Bund, Blackrock und Cerberus zurückfallen.

Laut "Bloomberg" wollen die Katarer Zugeständnisse erreichen, bevor sie der - bislang nur erwogenen - Fusion zustimmen. Der US-Hedgefonds Cerberus, der an beiden Banken beteiligt ist und das Management der Deutschen Bank berät, gilt hingegen als Befürworter. Weitere Opposition ist eher von den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat und von der Bankenaufsicht zu erwarten.

HBJ war 2014 im Zuge der damaligen Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank eingestiegen, im folgenden Jahr hatte Hamad bin Khalifa die Hälfte der Aktien übernommen. Das Anwerben der Araber galt als Erfolg des damaligen Ko-Bankchefs Anshu Jain, der die Investmentbanksparte führte.


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Den Al Thanis wurde immer wieder ein strategisches Interesse an einem stärkeren Bekenntnis der Deutschen Bank zum globalen Investmentbanking nachgesagt, um eine Alternative zur Wall Street zu schaffen. Durchsetzen konnten sie sich mit diesem Ansinnen jedoch nie, auch wenn ihr Vertreter Stefan Simon zu den aktivsten Aufsichtsräten der Bank zählt.

Mit der Commerzbank würde das Gewicht des deutschen Privat- und Firmenkundengeschäfts noch zunehmen, allerdings wäre auch eine erneute Teilung der Bank entlang der Sparten nach der Fusion denkbar.

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