31.01.2019 
Kursrutsch vor den Jahreszahlen

Gerüchte über Notfusion belasten Deutsche Bank

Am Freitag stellt die Deutsche Bank ihre Zahlen zum vierten Quartal und damit auch ihre Jahresbilanz vor. Es wird ein Gradmesser sein, ob Bankchef Christian Sewing auf dem richtigen Weg ist. Anderenfalls dürfte die Diskussion um eine Not-Fusion mit der Deutschen Bank wieder Fahrt aufnehmen.

Ein Agenturbericht über einen möglichen Zusammenschluss mit der Commerzbank hat den Aktien der Deutschen Bank am Donnerstag zugesetzt. Die Titel fielen in der Spitze um 4,9 Prozent auf 7,67 Euro und gehörten damit zu den schwächsten Dax-Werten. Im MDax gaben die Aktien der Commerzbank um bis zu 2,1 Prozent auf 6,57 Euro nach.

Eine Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank gilt laut einem Agenturbericht als letzte Option, sollte es nicht gelingen, die krisengeplagte Deutsche Bank rasch auf Kurs zu bringen. Man habe Angst, dass ein solcher Deal am Ende die einzige Option für die Deutsche Bank sein könnte, wenn das Geschäft sich im laufenden ersten Quartal nicht verbessern sollte, berichtete "Bloomberg" am Donnerstag unter Berufung auf nicht genannte Personen. Die Gespräche zwischen den beiden Geldhäusern könnten bereits Mitte des Jahres beginnen.

Sprecher von Deutscher Bank und Commerzbank wollten den Bericht nicht kommentieren. Ein Deutsche-Bank-Insider sagte allerdings der Nachrichtenagentur Reuters, der in dem Bericht erweckte Eindruck, eine Fusion mit der Commerzbank sei für die Deutsche Bank die einzige Option, sei "komplett falsch". Der Vorstand arbeite weiter daran, die Profitabilität des Instituts nachhaltig zu steigern.

Das größte deutsche Geldhaus legt seine Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr am Freitag (1. Februar) vor. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hatte einer Fusion mit der Frankfurter Konkurrenz im vergangenen Sommer zunächst eine Absage erteilt und gesagt, dass Institut müsse erst seine Hausaufgaben machen, bevor er bereit sei darüber nachzudenken. Als Zeitraum hatte er damals "zwölf bis 18 Monate" genannt.

Jahresbilanz: Die Checkliste für Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing

Die Deutsche Bank dürfte im vierten Quartal, das durch eine zweitägige Großrazzia wegen Geldwäscheverdachts und schwere Turbulenzen an den Finanzmärkten gezeichnet war, einen Verlust geschrieben haben. Für das Gesamtjahr 2018 wird allerdings ein Gewinn erwartet - der erste nach drei Verlustjahren in Folge. Die Aktie hat seit dem Chefwechsel im April gut 30 Prozent an Wert verloren. Dennoch halten die Großaktionäre, darunter das Emirat Katar und der chinesische Mischkonzern HNA, Sewing nach wie vor die Treue. Zumindest Katar gilt nicht als Unterstützer einer deutsch-deutschen Bankenfusion. Zuletzt hatte es unbestätigte Berichte gegeben, wonach das Emirat eine Aufstockung seines Anteils an der Bank erwägt.

la/reuters

Mehr zum Thema