23.08.2019 
Vor allem die Zentrale könnte es treffen

Bis zu 2500 weitere Jobs bei Commerzbank gefährdet

Bei der Commerzbank könnten im Zuge der Neuausrichtung für die nächsten Jahre erneut Hunderte Stellen gestrichen werden. Nach einem Bericht der "Börsen-Zeitung" (Freitag) wird über den Abbau von 1800 bis 2500 Stellen in der Frankfurter Zentrale des seit der Finanzkrise teilverstaatlichten Konzerns diskutiert. Auch Pläne für eine Ausdünnung des Filialnetzes mit derzeit rund 1000 Standorten liegen auf dem Tisch. Über die drohende Schließung hunderter Coba-Filialen berichtet das manager magazin in seiner seit Donnerstag erhältlichen Ausgabe.

Wegfallen könnten demnach zum Beispiel Arbeitsplätze, die nach dem Ausstieg aus der Schiffsfinanzierung überflüssig geworden seien, sowie Verwaltungsjobs als Folge der Digitalisierung. Ein Sprecher der Commerzbank wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Nach Informationen der "Börsen-Zeitung" wollen Vorstand und Aufsichtsrat bei ihrer Strategiesitzung am 25./26. September Entscheidungen treffen.

Die Commerzbank sucht nach dem Platzen der erhofften Fusion mit der Deutschen Bank nach Antworten auf Ertragsschwäche und Zinstief. Mit der Konzentration auf Privatkunden sowie Firmenkunden und Mittelstand sieht sich das im MDax gelistete Institut zwar grundsätzlich gut aufgestellt. Mit der Profitabilität jedoch war der Vorstand um Martin Zielke zuletzt nicht zufrieden. Im ersten Halbjahr 2019 brach der Gewinn auf 391 Millionen Euro ein, nach 533 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

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Im Herbst will das Management einen Plan vorlegen, wie die Bank, deren größter Anteilseigner der deutsche Staat ist, in den nächsten Jahren nach vorne gebracht werden soll. Dann läuft die seit Oktober 2016 verfolgte Strategie aus.

Die Commerzbank hat ihre Belegschaft in den vergangenen Jahren bereits erheblich geschrumpft. Die Zahl der Vollzeitkräfte sank von 43.300 zur Verkündung der Strategie im Herbst 2016 auf 40.700 Ende Juni 2019. Bis Ende 2020 sollen es nach aktueller Planung etwa 38.000 sein.

Ursprünglich wollte der Vorstand die Belegschaft auf 36.000 Vollzeitkräfte verringern. Doch weil Aufgaben im Zuge der Digitalisierung stärker im eigenen Haus und weniger an externe Dienstleister vergeben werden sollen, setzte der Vorstand die Zielmarke nach oben. In Köpfen gerechnet beschäftigte die Bank Ende Juni 48.644 Mitarbeiter, davon gut 34.900 im Inland.

rei/dpa

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