14.01.2020 
Weltgrößter Vermögensverwalter

Blackrock-Chef Fink fordert Konzernchefs zum Klimaschutz auf

Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock fordert von Unternehmen mehr Einsatz gegen den Klimawandel. "Jede Regierung, jedes Unternehmen und jeder Anleger muss sich mit dem Klimawandel auseinandersetzen", mahnt Blackrock-Chef Larry Fink in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben an die Chefs von Konzernen weltweit, an denen der weltgrößte Vermögensverwalter beteiligt ist. Er rechne mit einer "fundamentalen Umgestaltung der Finanzwelt".

Kurz zuvor hatte sich Blackrock bereits dem Netzwerk "Climate Action 100+" angeschlossen. Das Bündnis internationaler Investoren fordert von Unternehmen mehr Transparenz und nachvollziehbare Ziele beim Thema Klimaschutz.

Larry Fink: "Jedes Unternehmen und jeder Anleger muss sich mit Klimawandel auseinandersetzen"
AFP
Larry Fink: "Jedes Unternehmen und jeder Anleger muss sich mit Klimawandel auseinandersetzen"

Fink droht Aufsichtsräten und Vorständen nun in dem Brief mit Konsequenzen, sollten sie das Thema nicht ernst nehmen. "Wenn wir der Meinung sind, dass Unternehmen und ihre Führungsgremien keine aussagekräftigen Nachhaltigkeitsinformationen bereitstellen beziehungsweise kein Rahmenwerk für den Umgang mit diesen Themen implementieren, werden wir die Unternehmensführung dafür zur Rechenschaft ziehen", schreibt Fink.

Blackrock sei "zunehmend geneigt", Vorständen und Aufsichtsräten die Zustimmung zu verweigern, wenn die Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit keine ausreichenden Fortschritte machten.

Die Worte des Blackrock-Chefs haben Gewicht. Der 1988 gegründete Finanzriese verwaltet nach jüngsten Zahlen fast sieben Billionen Dollar (rund 6,3 Billionen Euro) Anlagegelder. Das US-Unternehmen ist weltweit an mehr als 15 000 Unternehmen beteiligt, in Deutschland unter anderem an allen Dax -Konzernen.

"Es wird zu einer erheblichen Umverteilung von Kapital kommen"

"Künftig wird Transparenz in Nachhaltigkeitsfragen immer stärker darüber entscheiden, ob sich ein Unternehmen das nötige Kapital beschaffen kann", schreibt Fink. "Schon bald (...) wird es zu einer erheblichen Umverteilung von Kapital kommen."

Blackrock selbst will bei seinen Investments stärker auf Themen wie Klimaschutz, Umweltschutz, Energiewende achten. "Künftig werden wir Nachhaltigkeit zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Portfoliokonstruktion und unseres Risikomanagements machen", kündigte Fink an. "Wir werden uns von Anlagen trennen, die ein erhebliches Nachhaltigkeitsrisiko darstellen, wie zum Beispiel Wertpapiere von Kohleproduzenten.

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In der Vorwoche hatte Blackrock bekannt gegeben, dass man sich dem Bündnis "Climate Action 100+" angeschlossen habe: Es ist das weltgrößte Bündnis von internationalen Investoren weltweit. Zu den knapp 400 institutionellen Investoren, die sich "Climate Aktion 100+" bislang angeschlossen haben, gehören auch große Player wie HSBC Holdings und die Vermögensverwaltung der Schweizer Großbank UBS . Mit dem neuen Mitglied Blackrock steigt die Summe, die die Bündnismitglieder unter Verwaltung haben, auf 41 Billionen Dollar.

Unternehmen sollen sich transparente Klimaziele setzen

Mit solch geballter Finanzkraft ließe sich einiges bewegen. Allerdings geht das Bündnis "Climate Aktion 100+" noch nicht so weit, seine Investments aus Unternehmen abzuziehen, die keine Klimaschutzziele verfolgen oder diese verfehlen. Das Ziel der Gruppe beschränkt sich bislang darauf, den Druck auf Unternehmen zu erhöhen, damit diese sich transparente Klimaziele setzen und einen nachvollziehbaren Plan entwíckeln, wie sie schrittweise ihre CO2-Emissionen senken können. Shell und BP haben solche Pläne bereits veröffentlicht.

"Wir glauben, dass die Risiken durch weltweiten Klimawandel rasant wachsen. Daher beschleunigen wir unsere Bemühungen, mit den Unternehmen, in die wir investieren, über diese wichtigen Fragen in einen Dialog zu treten", ließ sich ein Blackrock-Sprecher in der "Financial Times" zitieren. Fiona Reynolds, Mitglied im Steering Committe des "Climate Aktion 100" Bündnisses, fügte hinzu: Blackrock reagiere auf die Forderungen seiner Kunden, sich dem Thema Klimawandel zu widmen und daraus nicht nur theoretische Überlegungen, sondern auch konkrete Maßnahmen abzuleiten.

Im vergangenen Jahr hatte das Institut für Energie-Ökonomie berechnet, dass Black Rock im vergangenen Jahrzehnt rund 90 Milliarden Dollar versenkt habe, da das Unternehmen seinen Investments an Ölkonzernen treu geblieben sei. Diese Branche habe sich jedoch deutlich unterdurchschnittlich entwickelt. Blackrock hatte die Kritik zurückgewiesen und betont, dass die meisten Investments des Unternehmens passive ETF-Investments seien - der Konzern also kein Stock-Picking betreibe.

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