20.08.2018 
Magazinbericht

VW-Chef Diess gerät in Abgas-Affäre unter Druck

Volkswagen-Chef Herbert Diess wurde nach einem Bericht des "Spiegel" bereits vor Bekanntwerden des Abgas-Skandals über Manipulationen bei Diesel-Motoren informiert. Bereits am 27. Juli 2015 sei die illegale Software zur Abgassteuerung Thema einer internen Sitzung gewesen, berichtete das Magazin unter Berufung auf unveröffentlichte Unterlagen der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Samstag. US-Behörden hatten die Vorwürfe gegen den Wolfsburger Autobauer erst am 18. September 2015 veröffentlicht.

Damit stelle sich die Frage, ob der Konzern seine Investoren in einem angemessenen Zeitrahmen über den Skandal informiert habe, der das Unternehmen bislang über 20 Milliarden Euro gekosten hat.

Ein VW-Sprecher bestätigte die interne Sitzung von VW-Managern und erklärte: "Darüber hinaus lässt sich der konkrete Inhalt der Besprechung - bei der (der damalige VW-Chef) Martin Winterkorn und Herbert Diess anwesend waren - nicht mehr vollständig rekonstruieren, da die Erinnerung der anwesenden Personen teilweise voneinander abweichen."

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Der Sprecher wies darauf hin, seine Äußerungen stellten die Sicht der Volkswagen AG dar. Diess und Winterkorn äußerten sich wegen der laufenden Ermittlungsverfahren nicht.

Der Sprecher erklärte weiter, erst mit der öffentlichen Stellungnahme der US-Behörden sei es möglich gewesen, die Folgen abzuschätzen. "Als hierzu eine belastbare Zahlenbasis ermittelt worden war, hat Volkswagen am 22. September 2015 unverzüglich eine Ad-hoc-Mitteilung veröffentlicht", heißt es weiter. Damit habe das Unternehmen seine Informationspflichten erfüllt.

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