02.01.2019 
Dieselskandal

300.000 Dieselfahrer schließen sich Klage gegen VW an

Deutlich über 300.000 Besitzer von Volkswagen-Kfz mit manipulierter Abgassteuerung fordern von dem Konzern Schadenersatz. Bis zum 28. Dezember hätten sich 294.000 VW-Besitzer in die Liste für die Musterfeststellungsklage (MFK) eingetragen, sagte der Sprecher des Bundesamtes für Justiz, Thomas Ottersbach, am Mittwoch.

In den drei Tagen bis zum 31. Dezember hätten sich noch viele weitere Menschen bei der vom Bundesamt geführten Liste angemeldet, so dass die MFK gegen VW von deutlich mehr als 300.000 Menschen getragen werde. Die Schadenersatzansprüche gegen Volkswagen verjährten am 31. Dezember. Mit dem Eintrag in die Liste wird die Verjährung unterbrochen.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hatte am 1. November die MFK gegen VW eingereicht. Die Organisation will feststellen lassen, dass der Autobauer wegen manipulierter Abgassteuerung für den Schaden von VW-Besitzern mit bestimmten Dieselmotoren geradestehen muss. Es ist die erste Musterfeststellungsklage überhaupt. Die große Koalition hatte diese Abwandlung einer Massenklage erst möglich gemacht. Die Klage wird vom ADAC unterstützt.

Mit der Klageform können Verbraucher ihre Ansprüche gegebenenfalls einfacher gegen Unternehmen durchsetzen. Klageberechtigt sind Verbände. Anschließend trifft ein Gericht grundsätzliche Feststellungsziele über mögliche Verfehlungen eines Unternehmens. Die Verbraucher können sich dann darauf berufen, wenn sie hinterher ihre individuellen Ansprüche selbst einklagen.

Volkswagen weist die Forderungen bislang zurück: Die Autos seien genehmigt, technisch sicher und fahrbereit. Im September 2015 hatte VW Manipulationen an Dieselmotoren einräumen müssen. Vom Pflichtrückruf bei Volkswagen sind 2,5 Millionen Autos betroffen.

rei/Reuters/dpa

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