11.01.2019 
China-Geschäft schwächer

Volkswagen meldet Auslieferungsrekord

Volkswagen hat trotz der Turbulenzen um die neuen Abgasprüftests im vergangenen Jahr so viele Autos verkauft wie nie zuvor. Weltweit rollten 10,83 Millionen Fahrzeuge des Konzerns zu den Kunden, das waren 0,9 Prozent mehr als 2017, teilte Volkswagen am Freitag mit. Davon entfielen 6,245 Millionen Wagen auf die Marke VW, ein Plus von 0,2 Prozent.

Ob sich der Wolfsburger Konzern einschließlich der beiden Lkw-Töchter MAN und Scania zum dritten Mal in Folge den Titel als weltgrößter Autobauer geholt hat, bleibt jedoch noch abzuwarten. Denn die Rivalen Toyota und der Markenbund aus Renault , Nissan und Mitsubishi haben ihre Absatzzahlen noch nicht veröffentlicht. Analysten halten es allerdings für möglich, dass die Allianz Renault-Nissan erstmals an Volkswagen vorbeigezogen ist.

Volkswagen hatte im vergangenen Jahr mit hausgemachten Problemen bei der Umstellung auf das neue europäische Abgasmessverfahren WLTP zu kämpfen. In der Folge waren die Auslieferungen ab September ins Stocken geraten. Der Konzern musste zeitweise tausende Autos zwischenparken, da nicht alle Modelle und Varianten die nötige Zertifizierung hatten. Dennoch verkaufte VW in Deutschland immerhin 1,28 Millionen Autos, ein Minus von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Rückgänge verzeichnete der Konzern auch in Nordamerika mit einem Minus von 2 Prozent. In China wurde die VW-Gruppe im letzten Monat des vergangenen Jahres sogar 12,5 Prozent weniger Autos los - insgesamt waren es 402.600. Auf Jahressicht gab es allerdings noch ein schmales Plus von 0,5 Prozent auf gut 4,21 Millionen Stück. Der größte Einzelmarkt China hatte unter anderem wegen des Zollstreits mit den USA seit Mitte 2018 an Dynamik verloren, viele Autokäufer hielten sich dort aus Unsicherheit zurück. "Im Jahr 2019 wird der Gegenwind für unser Geschäft angesichts der geopolitisch volatilen Entwicklungen nicht schwächer", warnte Vertriebschef Christian Dahlheim.

Während einerseits der Absatz in einigen Regionen sank, legten andererseits andere Länder zu. So verzeichnete Brasilien ein deutliches Absatzplus von 30,4 Prozent auf insgesamt 401.700 ausgelieferte Wagen.


Lesen Sie auch:
Autonomes Fahren - VW wirbt Topmanager von Apple ab
VW-Chef Diess: Zukunft von Volkswagen entscheidet sich in China
Volkswagen: 300.000 Dieselfahrer schließen sich Klage gegen VW an
VW und BMW verkaufen mehr Autos, Daimler und Audi nicht



Unter den einzelnen Konzernmarken lief es für Audi weniger rund: Die Auslieferungen der Ingolstädter Oberklassetochter sanken binnen Jahresfrist um 3,5 Prozent auf rund 1,8 Millionen Autos. Im Dezember brachen die Audi-Verkäufe sogar um 14,3 Prozent auf 154.500 Fahrzeuge ein.

Besser lief es für die tschechische Schwester Skoda mit einem Plus von 4,4 Prozent und für die spanische VW-Tocher Seat, die sich sogar mit 518.000 Autos um mehr als 10 Prozent verbesserte. Für das laufende Jahr zeigte sich Volkswagen optimistisch.

rtr/dpa/akn

Mehr zum Thema