05.11.2015 
Die ganze Tour im Toyota Mirai zum Nachlesen

Der weite Weg zum Wasserstoff

Von , Nils-Viktor Sorge und
manager magazin online

Ist die Brennstoffzelle der Autoantrieb der Zukunft? Zwei Tage lang sind die mm.de-Redakteure Wilfried Eckl-Dorna und Nils-Viktor Sorge mit dem Wasserstoffauto Toyota Mirai durch Deutschland gefahren. Lesen Sie ihre Erlebnisse und ihr Fazit im chronologisch geordneten Ticker-Protokoll.

Dies ist der chronologisch sortierte und etwas ausgebesserte Ticker des zweitägigen Toyota-Mirai-Tests von manager-magazin.de. Die Originalfassung lesen Sie hier.

Montag, 2. November 2015, 9.00 Uhr: Es geht los! Guten Morgen aus dem Toyota Mirai! Wir starten von der Vattenfall-Wasserstoff-Tankstelle am Spiegel-Haus zu einer Expedition mit dem Brennstoffzellen-Auto. Wir wollen auf einer zweitägigen Deutschland-Reise herausfinden: Ist dieser Wagen der Weg in die Zukunft des Automobils? Und: Ist Deutschland gerüstet für das viel beschworene Wasserstoffzeitalter?

9.10 Uhr: Der Mirai ist das erste Großserienauto, das eigens als Wasserstofffahrzeug konzipiert wurde. Eine Brennstoffzelle erzeugt aus getanktem Wasserstoff und Sauerstoff aus der Luft Strom. Der treibt wiederum einen Elektromotor an. Also ist der Mirai auch ein Elektroauto. Benzin und Diesel? Nicht mehr nötig.

9.15 Uhr: Wir gleiten noch durch den Hamburger Stadtverkehr in Richtung Autobahn. Unser erstes Ziel ist heute Berlin. Zu hören ist ein leichtes Surren des Elektromotors, dazu saugt die Brennstoffzelle beim Beschleunigen etwas vernehmbar Luft an. Alles ruhig und sehr komfortabel. Anders als bei vielen Batterie-E-Autos: Wenn der Fahrer vom Gas geht, rollt der Wagen aus, es gibt keine Bremswirkung.

9.20 Uhr: Toyota will mit dem Wagen mal wieder technische Überlegenheit demonstrieren und langfristig seine Position als größter Autohersteller der Welt festigen. Bis zum Jahr 2050 wollen die Japaner so gut wie keine Autos mit Verbrennungsmotor (Diesel, Benzin) mehr herstellen, haben sie zuletzt angekündigt. Wasserstoff ist dazu ein entscheidender Faktor. Schon 1997 erregte Toyota mit dem Prius Aufsehen. Der Hybridwagen wurde zunächst belächelt, inzwischen hat sich die Technik etabliert. Wie wird es wohl mit der Brennstoffzelle und dem Mirai? Schreiben Sie uns Ihre Meinung auf Facebook! Und machen Sie mit bei unserem Vote: Welcher alternative Antrieb wird in zehn Jahren am bedeutendsten sein?

9.25 Uhr: Wir sind auf der Autobahn in Richtung Berlin und schwimmen bei 110 Stundenkilometern mit. Der Wagen soll 500 Kilometer mit einer Ladung Wasserstoff weit fahren können. Nach Berlin zur nächsten Wasserstofftankstelle sollten wir es also leicht schaffen, das sind knapp 300 Kilometer. Daher wollen wir gleich auch einmal den ersten Sprinttest mit dem Auto wagen.

9.35 Uhr: Einmal die Power-Mode-Taste gedrückt, und ab geht's. Von 90 Stundenkilometern hinter den Lastwagen auf 170 geht's recht flott. Danach ist dann bald Schluss. Ein 120-Schild hat uns in diesem Fall den letzten Kick vereitelt. Wir sitzen definitiv nicht in einem Sportwagen, aber für ein Fahrzeug der oberen Mittelklasse geht die Beschleunigung völlig in Ordnung. Offiziell schafft es der Wagen von 0 auf 100 in 9,6 Sekunden. Und das ansatzlos, wie bei Elektroautos üblich. Wenn der Mirai anzieht, ist kaum etwas zu hören. Dabei wissen wir, dass der Wagen unter Höchstlast große Mengen Sauerstoff in die Brennstoffzelle ansaugen muss.

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