03.08.2017 
Starke Nachfrage vor Start des Tesla Model 3

Tesla-Umsatz steigt - der Verlust auch

Tesla

Ein mehr als verdoppelter Umsatz und die Aussicht auf eine weiter steigende Nachfrage haben den Aktienkurs des Elektroauto-Bauers Tesla am Mittwoch in die Höhe schnellen lassen. Nachbörslich legten Anteilsscheine des Elekroauto-Pioniers zeitweise um 8 Prozent zu, nachdem das Unternehmen mitteilte, dass es seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 120 Prozent auf 2,79 Milliarden Dollar gesteigert hat.

Gleichwohl schreibt Tesla weiter rote Zahlen. Der Verlust weitete sich auf die Rekordmarke von 336,4 Millionen Dollar von 293,2 Millionen Dollar aus.

Die Vorbereitung auf den Model-3-Start und Investitionen in eine riesige Akku-Fabrik in Nevada kostete Tesla zuletzt viel Geld. Am 30. Juni verfügte das Unternehmen noch über Barbestände von rund drei Milliarden Dollar nach vier Milliarden zum Ende des Vorquartals. Finanzchef Deepak Ahuja sagte, die Ausgaben Teslas seien auf einem "historischen Hoch" von mehr als 100 Millionen Dollar pro Woche. Firmenchef Elon Musk stellte in einem Analystengespräch dennoch klar, er denke nicht über eine Kapitalerhöhung nach.

Anleger bewerteten die verbliebene Kapitalreserve und die von Musk verkündete anhaltend steigende Nachfrage positiv. Musk sagte, die Auslieferungen sowohl des Model S wie des zweiten bereits für den Markt in Serie produzierten Modells, Model X, würden sich im zweiten Halbjahr steigern.

Musk korrigiert Zahl der Vorbestellungen nach unten

Tesla hatte seine Absatz-Prognosen für das erste Halbjahr gerade so eingehalten. Der Konzern des Milliardärs Musk lieferte gut 47.000 Fahrzeuge des Model S und X aus. Die eigene Vorhersage hatte bei 47.000 bis 50.000 gelegen. Eine Unterversorgung mit neuen Batterien hatte den Fahrzeugbau bis Juni beeinträchtigt. Für das zweite Halbjahr nahm sich Tesla mehr vor.

Musk korrigierte frühere Angaben, nach denen es für sein neues "Model-3"-Fahrzeug, das für den Massenmarkt gedacht ist, mehr als eine halbe Million Vorbestellungen gebe. Es gebe bislang 455.000 Vorbestellungen, sagte er.

Am Freitag hatte das Unternehmen die ersten 30 Autos an Mitarbeiter vor dem Werk im kalifornischen Fremont ausgeliefert.

Elon Musk hatte bereits für das Jahr 2018 eine Produktion von 500.000 Elektroautos angekündigt. Sollte Tesla tatsächlich so viel Autos produzieren und absetzen, würde das US-Unternehmen wahrscheinlich Hersteller wie BMW , Mercedes oder Lexus in den USA hinter sich lassen.

Beschwerden von Hunderten Mitarbeitern

Experten äußern allerdings Zweifel, dass Tesla die Produktion wird so schnell hochfahren können, zumal die dafür notwendige neue Produktionsanlage wohl noch länger ihrer Fertigstellung harren dürfte. Musk selbst sprach von einer "sechsmonatigen, vielleicht noch längeren Höllentour", die der Autobauer sozusagen durch die Fegefeuerstationen des Produktionsanlaufs noch zurückzulegen habe.

Dass Mitarbeiter unter diesem enormen Zeit- und Erwartungsdruck leiden, darf nicht wirklich überraschen. Quasi mit Beginn der ersten Auslieferungen des neuen Model 3 sieht sich Tesla mit wachsenden Beschwerden von Beschäftigten über Löhne und Arbeitsbedingungen konfrontiert. Sie fordern Auskunft über die Pläne für ihre Gehaltsentwicklung, die Voraussetzungen für Beförderungen und über Arbeitsschutzmaßnahmen. Mehr als 400 Mitarbeiter überreichten zu diesem Zweck eine Petition.

ak/rei/rtr

Mehr zum Thema