25.08.2016 
Elon Musks P100D-Modelle setzen Porsche und Co. unter Druck

Geht den deutschen Tesla-Fightern schon vor dem Start die Kraft aus?

Von Nils-Viktor Sorge
Porsche

Die Rolle des Verfolgers ist für die deutschen Premiumauto-Hersteller neu - und reichlich unangenehm. Seit Jahrzehnten definieren Audi , BMW , Daimler und Porsche selbst die Maßstäbe. Ob in Europa, den USA oder China - überall hechelt die Konkurrenz der deutschen Ingenieurs- und Vermarktungskunst hinterher.

Doch ausgerechnet beim Zukunftsthema Elektroautos führt Branchenneuling Tesla aus Kalifornien sie seit Jahren vor. Die Manager in Stuttgart oder München müssen froh sein, wenn sie überhaupt Anschluss halten können. Und daran wird sich kurzfristig wenig ändern - denn am Dienstag hat Tesla-Chef Elon Musk die Latte mal wieder etwas höher gelegt.

Die große Limousine Model S und der SUV Model X sind ab sofort mit einer 100-Kilowattstunden-Batterie bestellbar. Bisher waren 90 das Maximum. Dadurch erhöht sich die Reichweite auf bis zu 613 Kilometer nach dem europäischen Fahrzyklus, wie Tesla schätzt.

Vielleicht noch schmerzhafter fürs Ego der Deutschen: Ab sofort stellen die US-Amerikaner die beschleunigungsstärksten Serienfahrzeuge der Welt her und damit auch sämtliche Autos mit Verbrennungsmotor in den Schatten, sogar sportliche Zweisitzer. Von 0 auf 100 Stundenkilometer jagt das neue Model S in 2,7 Sekunden, das dicke Model X schafft es immerhin noch in 3,1 Sekunden - Rekord in seiner Klasse.

"Das Hase und Igel-Rennen geht also weiter", kommentiert Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer mit Blick auf die von den deutschen Herstellern geplanten Tesla-Fighter. Diese Autos wie der Mission E von Porsche oder der Audi E-tron quattro Concept sollen erst in zwei bis vier Jahren auf den Markt kommen - und wirken schon jetzt ein wenig veraltet.

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