28.06.2018 
Tesla Model 3 im Praxistest

Erstaunlich gelungen - darum sollten deutsche Autobauer Teslas Model 3 fürchten

Ein Test von
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3. Teil: Innenraum: Vorne top, spartanisch auf den Hinterbänken

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Innen setzt Tesla auf maximale Enthaltsamkeit vom sonst üblichen Knöpfchenkino: Links und rechts des Lenkrads gibt es zwei Hebel, auf dem Lenkrad zwei Drehrädchen, in der Fahrertür noch einen Knopf für das Türöffnen und vier Fensterheber-Schalter. Und an Fahrer- und Beifahrersitz finden sich noch je drei Knöpfe für die Verstellung des Gestühls. Das war es, alle anderen Fahrzeugfunktionen werden über den riesigen Touchscreen in der Mitte bedient. Ein klassisches Armaturenbrett hinter dem Lenkrad hat Tesla ebenso weggelassen wie die üblichen Luftdüsen für die Klimaanlage. Statt dessen sorgt ein Luftschlitz wie im Flugzeug für angenehme Temperaturen.

So viel Verzicht lässt das Auto vorne sehr aufgeräumt erscheinen, die großzügige Verwendung von Leder und Holzimitat sorgt für Luxusauto-Anmutung.

Hinterbank: eher uninspiriert
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Hinterbank: eher uninspiriert

Auf der Hinterbank hat die Tesla-Designer aber offenbar die Inspiration verlassen. Die Luftauslässe in der Mittelkonsole wirken billig, und bequem sitzt man auf den Rücksitzen nicht. Die Bänke sind hart, sehr kurz und niedrig geraten. Als 1,80-Mann kann man sich da nur in Z-Form hineinzwängen und stößt trotzdem schnell an den Vordersitzen an, die hinten in billiges Hartplastik gefasst sind. Das ist eher Kleinwagen- statt Premiumklasse.

Die Kofferräume fassen in Summe 425 Liter, das ist in etwa so viel wie im VW-Golf. In den Stauraum unter der Model 3-Motorhaube passt eine kleine Reisetasche, hinten gehen drei bis vier größere Reisekoffer rein.

Allerdings merkt man auch da den Sparwillen im Vergleich zur Premium-Konkurrenz: Denn beim Model 3 lassen sich die Kofferraumdeckel nur per Hand öffnen und schließen und nicht per Tastendruck wie etwa bei den teureren Modellen von BMW, Mercedes oder Audi.

Das ist aber eine Kleinigkeit, die Model 3-Käufer vermutlich verschmerzen können - zumal Tesla viel Augenmerk auf eine einfache Bedienung gelegt hat. Zum Losfahren legt man die Chipkarte auf einen bestimmten Platz in der Mittelkonsole und wählt mit dem Hebel rechts neben dem Lenkrad Vorwärts- oder Rückwärtsgang - das war es.

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