05.04.2019 
Streit um kursbewegende Tweets

Richterin gibt Elon Musk noch eine Chance für Einigung mit SEC

Tesla-Chef Elon Musk kommt im Streit mit der SEC um kursrelevante Twitter-Nachrichten mit einem blauen Auge davon. Die Richterin fordert die Parteien auf, innerhalb von zwei Wochen eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Die Produktion zurückgefallen, die Auslieferungen 31 Prozent hinter Vormonat, der Aktienkurs gerade wieder 8 Prozent abgeschmiert und dann im Twitter-Krieg mit der US-Börsenaufsicht SEC vor Gericht zitiert. Tesla-Chef Elon Musk hat aktuell - ganz gegen sein sonst oft an den Tag gelegtes Gebaren - , viele Gründe leiser zu treten.

So wundert es nicht, dass er gestern nach der Gerichtsanhörung im Streit mit der SEC vor Reportern erklärte, er sei "glücklich" und "beeindruckt von der Analyse der Richterin" und habe "großen Respekt für das Rechtssystem".

Der Grund für die ungewohnte Contenance: Die Richterin Alison Nathan hat die Parteien im Streit um die Social-Media-Aktivitäten des Tesla-Chefs aufgefordert, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Sie gab den Streitparteien bei einer Anhörung in New York am Donnerstag zwei Wochen Zeit, um einen Kompromiss zu finden.

Die SEC hatte eine Bestrafung Musks wegen Missachtung des Gerichts gefordert, weil er sich nicht an einen Vergleich gehalten hat. Bei dem Konflikt mit der SEC geht es um Musks rege Twitter-Kommunikation - die Aufseher halten einige seiner Tweets für irreführend und hatten ihn deshalb im vergangenem Jahr verklagt.

Nachdem die SEC Musk unter anderem verbieten lassen wollte, als Vorstandschef von Börsengesellschaften zu agieren, einigten sich die Parteien auf einen Vergleich. Gegen eine darin getroffene Vereinbarung - dass seine Tweets mit Informationen, die den Aktienkurs beeinflussen könnten, künftig von Tesla abgesegnet werden müssen - soll er danach jedoch laut SEC verstoßen haben. Die Behörde will Musk deshalb vom Gericht bestrafen lassen.

Die Aufforderung der Richterin, sich innerhalb von zwei Wochen zu einigen, darf Elon Musk auch als Chance begreifen. Denn die Richterin hätte genauso gut das Verfahren in Gang setzen können, an dessen Ende Musk womöglich die Vorstandstätigkeit für Tesla untersagt worden wäre.

Konkret geht es um einen Tweet von Mitte Februar, in dem Musk schrieb, Tesla werde 2019 rund 500.000 E-Autos produzieren. Teslas offizielle Prognose war jedoch eine andere. Obwohl Musk rasch zurückruderte und die Nachricht außerhalb des Börsenhandels absetzte, drängt die SEC auf Konsequenzen. Der ursprüngliche Vergleich war im vergangenen Herbst zustande gekommen, nachdem Musk die Märkte im August bei Twitter mit halbgaren Plänen zu einem Börsenrückzug Teslas irritiert und die SEC ihn wegen Marktmanipulation verklagt hatte

rei mit dpa

Mehr zum Thema