17.04.2019 
Saab-Nachfolger NEVS wird Auftragsfertiger für Sion

Solarauto-Start-up Sono belebt Saab-Werk in Schweden wieder

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2. Teil: "Wir haben neben Kostenzielen auch ökologische Ziele"

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Starten will Sono aber erstmal etwas vorsichtiger als viele andere Elektroauto-Startups. "Wir werden den Sion im Zweischichtbetrieb fertigen lassen", erklärt COO Thomas Hausch, der jahrzehntelange Erfahrung in der Autoindustrie in das Start-up einbringt. "Wenn die Nachfrage steigt, haben wir aber noch Möglichkeiten, die Produktion auszuweiten", erklärt Hausch. Platz genug hat Sono jedenfalls: Denn das Saab-Werk ist auf eine Jahreskapazität von bis zu 200.000 Fahrzeugen ausgelegt.

Für jene 10.000 Sono-Fans, die bei dem per Crowdfunding gestarteten Unternehmen einen Sion vorreserviert haben, hat Hausch allerdings auch eine schlechtere Nachricht parat: Sie müssen sich noch etwas länger gedulden als geplant. Ursprünglich wollte Sono die Produktion seines Solarautos noch Ende 2019 starten, nun geht es mit der Produktion allerdings erst im zweiten Halbjahr 2020 los.

"Wir haben es uns noch schwerer gemacht, weil wir neben Kostenzielen auch noch ökologische Ziele haben," begründet Hausch die Verschiebung. Tatsächlich will Sono Motors bei der Autoproduktion vorbildlich umweltbewusst sein. Nicht nur, dass das Werk in Trollhättan ausschließlich mit Ökostrom betrieben wird und die Autoherstellung damit möglichst wenig CO2 verursachen soll. Sono Motors will auch seinen Zulieferern punkto CO2-Vermeidung auf die Finger sehen. Was dabei an CO2 nicht zu vermeiden sei, "das kompensieren wir dann über den Zukauf von CO2-Zertifikaten", so Sono-Mitgründer Hahn. "Wir können wirklich sagen, dass der Sion vollständig CO2-kompensiert auf den Markt kommt".

Der Sion, so plant es Sono, soll also ein Elektroauto werden, das bereits beim Kauf eine vorbildliche Ökobilanz aufweist - und damit über den Lebenszyklus hinweg viel sauberer sein wird als ein Verbrennerauto.

Sono berichtet von großem Interesse von Carsharing-Betreibern

Rund 25.500 Euro soll der Sion inklusive Batterie kosten, wenn er in gut eineinhalb Jahren an die ersten Kunden übergeben wird. Sono peilt eine Reichweite von 250 Kilometer pro Akkuladung an, der 4,10 Meter lange Fünfsitzer soll allerdings nicht schneller als 140 km/h fahren können.

Angekündigt war der Sono einst als 20.000-Euro-Elektroauto - doch das sei wegen Preissteigerungen bei Batterien schlicht nicht machbar, räumt COO Hausch nun ein. Dennoch sei man auch mit 25.500 Euro noch immer um 10 bis 12.000 Euro billiger als vergleichbare Elektroautos im sogenannten C-Segment, also bei Kompaktwagen, meint Sono.

Das dürfte sich allerdings in Kürze ändern, wenn VW mit seinem I.D. Neo auf den Markt kommt - ein E-Auto in Größe des Golfs und einem Zielpreis unter 30.000 Euro. Als Konkurrenz für VWs kommende Elektromodell-Armada sieht sich Sono aber ohnedies nicht. Den Sion wird es erstmal nur in der Farbe schwarz geben, innen verwendet Sono etwa Schalter und Teile, die bereits in den Modellen traditioneller Autohersteller zu sehen waren. Das spart Entwicklungkosten - gedacht ist der Sono auch nicht für Autobahn-Bolzer, sondern etwas als Stadt-Familienwagen oder ideales Vehikel für geteilte Fahrfreuden.

Denn ab Werk lässt sich der Sion per Knopfdruck in ein Carsharing-Auto verwandeln. "Wir haben sehr viele Anfragen von großen und kleinen Carsharing-Anbietern. Die haben sehr großes Interesse, weil der Sion schon ab Werk mit der nötigen Technik ausgeliefert wird," sagte COO Hausch gegenüber manager-magazin.de. "Normalerweise müssen Flottenbetreiber pro Fahrzeug rund 2000 Euro investieren, um es sharing-fähig zu machen. Das fällt bei uns komplett weg."

Das Weltverbesserer-Auto könnte sich also zum Liebling vieler Carsharing-Flottenbetreiber mausern - wenn der Produktionsstart anders als bei Tesla reibungslos verläuft. Die Chancen dafür sind durchaus gut, denn bei NEVS arbeiten viele ehemalige Saab-Leute - und Saab baute immerhin seit 1946 Autos in Trollhättan. Den Zeitplan für die Straßenzulassung des Sion könne man jedenfalls einhalten, heißt es bei Sono Motors. Das Verhalten der Aluminium-Karosserie mit der Polymer-Außenhaut entspreche bei Crashtests bislang den Erwartungen.

Es sieht also danach aus, als würden rund 18 Monaten die ersten Autos von Deutschlands jüngster Automarke auf den Straßen rollen - erdacht und auf den Weg gebracht von den wohl jüngsten Gründern in Deutschlands Autoindustrie. Denn die älteste im Sono-Gründertrio, Navina Pernsteiner, ist gerade mal 30 Jahre alt. Laurin Hahn zählt 24, sein Schulfreund und Mitgründer Jona Christians 25 Jahre. Bewertet wurde das Start-Up noch im Oktober mit rund 100 Millionen Euro.

Mittlerweile sei das schon deutlich mehr, ist aus dem Unternehmen zu hören.

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