14.04.2020 
Partnerschaft mit Dongfeng

Renault trennt sich von Pkw-Geschäft in China

Der französische Autobauer Renault zieht sich aus dem verlustreichen Pkw-Geschäft mit Dongfeng zurück und verkauft seinen Anteil an den chinesischen Partner. Dongfeng werde keine Fahrzeuge der Marke Renault mehr herstellen, sagte eine Sprecherin des chinesischen Autobauers am Dienstag.

Durch den Rückgang der Verkäufe auf dem weltgrößten Pkw-Markt China hat sich der Druck auf kleinere Hersteller erhöht, denen die Corona-Krise an die Substanz geht. Das Joint-Venture mit Sitz in Wuhan, an dem Renault und Dongfeng je zur Hälfte beteiligt waren, verkaufte im vergangenen Jahr lediglich rund 18.600 Autos, ein Bruchteil der Jahreskapazität von 110.000 Fahrzeugen. Der Verlust türmte sich auf 1,5 Milliarden Yuan (umgerechnet knapp 200 Millionen Euro).

Ganz zurückziehen aus China will sich Renault allerdings nicht. Man wolle sich nun auf das Geschäft mit leichten Nutzfahrzeugen mit dem Partner Brilliance konzentrieren, teilten die Franzosen mit. Dieses Gemeinschaftsunternehmen will bis 2023 fünf neue Modelle an den Start bringen und plant den Export von Fahrzeugen. Ein weiterer Schwerpunkt sind Elektroautos, die Renault zusammen mit Jiangling baut.

Mit Dongfeng will Renault weiter bei der Vernetzung von Fahrzeugen kooperieren und arbeitet außerdem mit dem gemeinsamen Partner Nissan an Motoren der nächsten Generation. "Wir werden uns auf Elektrofahrzeuge und leichte Nutzfahrzeuge konzentrieren, die beiden Hauptantriebskräfte für eine zukünftige saubere Mobilität, und wir werden unsere Beziehung zu Nissan effizienter nutzen", erklärte Renaults China-Chef François Provost.

Dongfeng stellt auch mit Renaults französischem Wettbewerber PSA gemeinsam Autos her. An dem Peugeot-Mutterkonzern ist der mehrheitlich staatliche chinesische Konzern seit 2014 auch direkt beteiligt. Das zuvor bereits beschlossene neue Werk für das Bündnis mit Renault wurde erst 2016 eingeweiht.

mg/rtr

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