29.03.2019 
Sanierungskurs trifft Opel-Fabrik in Wien-Aspern

Opel rasiert jede dritte Stelle in Wiener Getriebewerk

Betriebsräte bei Opel haben aktuell gut zu tun: In Rüsselsheim haben sie mit der Opel-Führung monatelang um den Teilverkauf des Rüsselsheimer Entwicklungszentrum gerungen. Vor kurzem einigten sie sich auf einen Kompromiss. Doch der harte Sanierungskurs der Opel-Führung trifft auch Opels ausländische Werke - und dies wohl härter, als es in Deutschland durchsetzbar wäre.

Denn in seinem Getriebewerk in Wien-Aspern setzt der Autobauer nun den Rotstift an: Bis zu 400 der aktuell noch 1200 Stellen will Opel bis zum Jahresende streichen. Das teilte der Angestellten-Betriebsratschef Franz Fallmann am Donnerstag mit.

Die aktuelle Auslastung hänge auch von einem Auftrag für externe Unternehmen ab, der jedoch auslaufe, erklärte das Unternehmen, das im August 2017 vom französischen PSA -Konzern übernommen worden war.

"Daher müssen wir unsere Organisation an die neuen Gegebenheiten anpassen, um die Zukunft des Standorts zu sichern", hieß es vom Hersteller. Die Mitarbeiter seien über einen Sozialplan informiert worden. Außerdem werde in den Standort investiert. So solle ab Sommer ein 6-Gang-Schaltgetriebe für alle Fahrzeugmarken der PSA-Gruppe produziert werden. Dies werde ein gutes Aktivitätsniveau sichern.

Zukunft britischer Opel-Werke noch unsicher

Nach 18 verlustreichen Jahren hatte Opel unter der PSA-Regie 2018 erstmals wieder einen operativen Gewinn eingefahren und dafür auch in den deutschen Werken Jobs abgebaut.

Unklar ist nach wie vor, wie es in den britischen Opel-Werken in Ellesmere Port und Luton weitergeht. PSA-Chef Carlos Tavares hatte vor kurzem erklärt, dass er im Falle eines "no-deal Brexit" die Zukunft beider Werke nicht garantieren könne. Zudem liegen Investitionsentscheidungen in Großbritannien zum Bau neuer Hybrid- und Elektromodelle aktuell auf Eis.

"Wir können nicht in Werke investieren, bei denen wir aktuell die Profitabilität nicht abschätzen können", erklärte Tavares. Diese hänge auch von Zöllen ab, die beim EU-Austritt Großbritanniens möglicherweise erhoben werden und die Kostenrechnung für die Investitionen ändern.

wed/dpa-afx

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