24.01.2019 
Französische Eigentümer Peugeot baut um

Opel plant offenbar deutliche Einschnitte in Rüsselsheim

Der Autobauer Opel will nach Gewerkschaftsinformationen die Produktion in seinem Stammwerk Rüsselsheim drastisch zurückfahren. In diesem Jahr sei nur noch eine Produktion von 68.000 geplant, berichtete zuerst die "Mainzer Allgemeine". Damit würde das Jahresvolumen 2019 im Vergleich zu 2018 nahezu halbiert. 2018 waren es noch mehr als 123.000 Wagen, die vom Band liefen, für 2019 waren nach bisherigen Erkenntnissen bislang 90.000 Fahrzeuge anvisiert.

Als Quelle gibt die Zeitung eine interne Mitarbeiterinformation der IG-Metall-Betriebsräte auf deren Homepage an. Über Auswirkungen auf die Arbeitsplätze war zunächst nichts bekannt. Das Opel-Management wolle nun mit der Arbeitnehmervertretung in Verhandlungen treten, in Rüsselsheim von zwei auf nur noch eine Produktionsschicht zu gehen, heißt es weiter.

In dem Produktionswerk arbeiten derzeit rund 3000 Menschen im Zwei-Schichtbetrieb. Sie montieren die Modelle Insignia und Zafira, für den Opel gerade einen Nachfolger vorgestellt hat, der aber im britischen Luton gebaut wird. Für den langsam auslaufenden Zafira will Opel ein zweites Modell nach Rüsselsheim vergeben, das dann bereits auf einer Plattform des neuen Mutterkonzerns PSA steht. Eine Entscheidung dazu soll noch in diesem Jahr verkündet werden.


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Unter Ägide der französischen Peugeot-Mutter ist Opel auf einen drastischen Sparkurs geschwenkt. Auch im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum sollen 2000 der rund 7000 Arbeitsplätze an einen externen Dienstleister abgegeben werden. Opel hat versprochen, die Sanierung ohne Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zu bewerkstelligen.

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Zu den aktuellen Produktionsplanungen wollte sich das Unternehmen am Donnerstag nicht konkret äußern. Man passe die Produktion kontinuierlich an die Volumenplanung an und fokussiere sich auf profitable Vertriebskanäle, erklärte ein Sprecher. Diese Strategie sei auch vor dem Hintergrund der Konzentration auf profitable Vertriebskanäle zu sehen. "Wir wollen die Auslastung unserer Werke weiter verbessern, dies gilt natürlich auch für Rüsselsheim. Dafür setzen wir auf die Fertigung profitabler Modelle auf Plattformen der Groupe PSA", sagte der Sprecher. Weitere Details sollen ebenfalls in diesem Jahr bekannt geben werden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Opel weniger Autos verkauft, dafür aber nach eigenen Angaben pro Stück mehr verdient.

dpa/rtr/akn

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