17.07.2019 
Karl-Thomas Neumann - Abschied bei E-Start-up Canoo

Ex-Opel-Chef beendet Vorstandsjob in Kalifornien nach nur 15 Monaten

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Das Trio trat auf wie ein Dreamteam. Ulrich Kranz, ehemals Leiter von BMWs wegweisender Elektrooffensive Project i, der frühere BMW- und Deutsche-Bank-Vorstand Stefan Krause und Ex-Opel-Chef Karl-Thomas Neumann wollten gemeinsam das Elektro-Start-up Evelozcity an den Start bringen. Das Ziel besteht weiter, das in Los Angeles ansässige Unternehmen - inzwischen umgetauft auf Canoo - will in zwei Jahren die ersten stromgetriebenen Elektromodelle auf die Straße bringen.

Karl-Thomas Neumann jedoch verabschiedet sich zumindest aus dem Vorstand. Das Unternehmen bestätigte Informationen des manager magazins, Neumann wolle nur noch Beirat für Canoo arbeiten. Er bleibe auch als Investor beteiligt.

Neumann selbst sagte auf Anfrage, "ich brauche mehr Freiheit für meine anderen Projekte". Er habe gemeinsam mit Kranz und Krause eine Strategie für erfolgreiche Elektromobilität entwickeln und aufsetzen wollen. Das sei gelungen. Canoo will eher günstige E-Autos vor allem für Miet- und Sharing-Dienste anbieten. Neumann hatte sich bei dem Start-up vor allem um Digitalthemen gekümmert. Im Unternehmen heißt es, er habe Canoo auch mit seinem Netzwerk und seinen Kontakten zu Zulieferern geholfen.


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Neumanns Job übernimmt der im April von Uber gekommene Digital-Experte James Cox. Über andere Elektro-Start-ups, etwa die chinesischen Neulinge Nio und Byton, waren zuletzt Probleme berichtet worden. Canoo sieht sich weiter auf Kurs.

Neumann war von 2013 bis 2017 Opel-Chef. Vorher arbeitete er als Elektro- und China-Chef für Volkswagen und leitete den Automobilzulieferer Continental. Heute sitzt er in Aufsichtsräten diverser Start-ups und auch des Zulieferers Hyundai Mobis, Künstliche Intelligenz.

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