21.02.2019 
VW und PSA ist Spritspar-Technik für das Segment zu teuer

Warum das Angebot an Auto-Zwergen wohl bald schrumpft

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2. Teil: Hersteller suchen Ausweg im Elektroantrieb - doch der hat noch ein Kosten-Problem

Um die Autos sauberer zu bekommen und die CO2-Bilanz der Kleinsten zu verbessern, versuchen sich die etablierten Marken nun an einer stärkeren Elektrifizierung. Fiat etwa will dem 500 einen Mildhybrid-Motor in der Art des Toyota Prius einpflanzen - und in den kommenden Jahren auch eine rein batteriebetriebene Version des 500ers anbieten. Eine reine Elektro-Version versprechen auch die VW-Töchter Seat und Skoda für ihre Winzlinge.

VW verkauft mit dem E-Up bereits einen solchen Stadt-Stromer. Große Verkaufserfolge feiern die Wolfsburger mit dem Wagen bislang nicht. Denn mit einem Listenpreis von gut 27.000 Euro war der Stromer mehr als doppelt so teuer wie die Up-Version mit Verbrennermotor. Vor kurzem hat VW den Preis um 4.000 Euro gesenkt, dazu kommen in Deutschland noch Einsparungen von 4000 Euro durch die Umweltprämie. Somit ist der Wagen nun für rund 19.000 Euro zu haben.

Auch das ist für viele Kaufinteressenten in der Kleinstwagen-Klasse noch um ein paar Tausender zu viel. Zuletzt kamen die Autozwerge in den vier größten EU-Märkten auf einen durchschnittlichen Verkaufspreis von rund 14.000 Euro, zeigen Daten des Beratungsunternehmens Jato Dynamics. Gekauft werden die meisten Auto-Winzlinge in der Realität aus einem Grund: Sie sind günstig. Das sind die Elektroantriebs-Varianten aber noch nicht wirklich.

Citroën erwägt radikalen Schwenk bei Auto-Winzlingen

Ziemlich radikal geht dabei die Daimler-Tochter Smart vor. Ab 2020 werden deren Kleinwagen nur noch mit Elektroantrieb ausgeliefert. In den letzten Monaten war die Nachfrage nach dem E-Smart hoch, die Fertigungskapazitäten aber eher klein - was zu langen Wartezeiten für die Käufer führte. Die Stuttgarter haben deshalb angekündigt, die Produktion kräftig hochzufahren. Ob die Radikalumstellung wirtschaftlich klappt, muss sich noch weisen. Von seinen Verbrenner-Varianten verkaufte Smart in guten Jahren sechsstellige Zahlen, das müssen die Smart-Leute bald auch mit den Elektroversionen schaffen.

Auch Citroen sieht im Elektroantrieb offenbar die letzte Hoffnung für das Kleinstwagensegment. Citroën-Chefin Linda Jackson konstatierte zuletzt in einem Interview mit der "Welt", dass die Nachfrage in der "Zwergen-Klasse" abnehme. Die nächste Generation von Citroëns kleinstem Modell C1 könnte deshalb nicht nur ein weiterer Kleinwagen werden, sondern "den Kunden neue Antworten auf ihre Fragen nach Mobilität geben", erklärte sie.

Auf dem Genfer Autosalon stellt Citroën die Studie Ami One vor - einen 2,5 Meter kurzen, batteriegetriebenen Zweisitzer für den Stadtverkehr. Der Prototyp lässt sich per QR-Code öffnen und starten, er kann nach Vorstellungen der Citroen-Leute geliehen, gemietet oder gekauft werden. Die Reichweite von knapp 100 Kilometern und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit sind zwar nicht gerade üppig. Dafür lässt sich das Wägelchen in einigen Ländern auch ohne Pkw-Führerschein pilotieren.

Der Ami One sei eher als Denkanstoß denn als mögliches Serienauto gedacht, heißt bei Citroën. Doch das Vehikel deutet an, dass auch Citroën nur mit einem radikalen Schwenk im Kleinstwagen-Segment verbleiben dürfte.

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