11.09.2019 
Internationale Automobil-Ausstellung

Autohersteller stellen IAA in Frankfurt in Frage

5. Teil: Autofahren ist deutlich teurer geworden

Ford: "Wir ziehen uns nicht aus Europa zurück"

Ford will anders als sein großer US-Rivale General Motors am Geschäft in Europa festhalten. "Wir haben keine Pläne, Europa zu verlassen", sagte Europa-Chef Stuart Rowley am Rande der Automesse IAA in Frankfurt. "Wir sind seit mehr als 100 Jahren hier und wollen noch viele Jahre bleiben." General Motors hatte dagegen seine Tochter Opel an den französischen Peugeot- und Citroen-Hersteller PSA Peugeot Citroën abgetreten und sich auf den Heimatmarkt konzentriert.

Ford hatte Ende Juni den Abbau von 12.000 Arbeitsplätzen in Europa - rund jeder fünften Stelle - angekündigt. Fünf Werke - drei in Russland und jeweils eins in Frankreich und Großbritannien - werden geschlossen. Eine Getriebefabrik in der Slowakei wird verkauft. Ford soll danach zum Ende des Jahres 2020 noch 18 Produktionsstandorte in Europa haben. Die Europa-Zentrale des Autobauers befindet sich in Köln.

Ford rechnet damit, dass zum Jahr 2022 rund die Hälfte seiner in Europa verkauften Fahrzeuge Hybrid- oder Elektro-Antriebe haben werde, sagte Rowley. Wie hoch dabei der Anteil reiner Stromer sein könnte, lässt Ford offen. Die Einführung von Ford-Robo-Taxis in Europa sei eher auf lange Sicht zu erwarten. "In nächster Zeit wird das persönliche Fahrzeug weiter unser Hauptgeschäft sein - und es wird uns auch erhalten bleiben." Der Konzern testet selbstfahrende Autos aktuell unter anderem in Miami und der US-Hauptstadt Washington. Ford ging bei der Roboterwagen-Technologie zudem eine globale Allianz mit Volkswagen ein.

Autofahren ist deutlich teurer geworden

Autofahren hat sich in den vergangenen zwei Jahren stärker verteuert als andere Waren und Dienstleistungen. Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes waren dafür vor allem die höheren Treibstoffkosten verantwortlich. Seit der vorangegangenen Internationalen Automobilausstellung (IAA) im Jahr 2017 haben die Preise rund ums Auto um 4,6 Prozent angezogen, wie die Behörde am Mittwoch zur bevorstehenden Eröffnung der diesjährigen IAA mitteilte. Die allgemeinen Verbraucherpreise sind in dieser Zeitspanne nur um 3,4 Prozent gestiegen.


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Superbenzin ist aktuell 8,5 Prozent teurer als im September 2017, beim Diesel beträgt der Aufschlag sogar 10,5 Prozent. Neuwagen kosten 4,1 Prozent mehr und Gebrauchtwagen 2,0 Prozent, wie die Preisermittler anhand von Musterfällen festgestellt haben. Bei anderen Verkehrsträgern kamen die Kunden etwas besser weg als beim Auto. So wurden Bahntickets in der Zeit 3,8 Prozent teurer und im ÖPNV waren 3,2 Prozent mehr fällig. Am geringsten waren die Preissteigerungen mit 0,6 Prozent bei klassischen Fahrrädern ohne Motor.

mg/rei mit Nachrichtenagenturen

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