11.12.2018 
Produktion des C-Max läuft aus

Ford will massiv Jobs in Saarlouis abbauen

Der US-Autokonzern Ford verhandelt mit Arbeitnehmervertretern über einen Stellenabbau im Werk Saarlouis. Die dortige Produktion des Modells C-Max soll eingestellt werden. Politiker an der Saar sind bestürzt. Ford hat in Saarlouis rund 6300 Beschäftigte.

Am zweitgrößten deutschen Produktionsstandort des Autoherstellers Ford zeichnet sich ein deutlicher Stellenabbau ab. Wie viele Arbeitsplätze in dem traditionsreichen Werk wegfallen, ist noch nicht sicher. Es sei noch nichts beschlossen, sagte eine Unternehmenssprecherin in Köln. Politiker an der Saar reagierten bestürzt.

Ford habe in den ersten drei Quartalen dieses Jahres in Europa Verluste eingefahren und wolle zurück in die Gewinnzone, sagte die Sprecherin. Mit dem Betriebsrat werde nun über die nächsten Schritte verhandelt. Bei einer Betriebsversammlung seien die Mitarbeiter über diese Verhandlungen informiert worden.

manager-magazin.de hatte bereits im August berichtet, dass in den deutschen Ford-Werken Stellenstreichungen bevorstehen könnten. Bereits im Sommer hatten sich hochrangige Ford-Manager sehr unzufrieden mit der Situation in Europa gezeigt und erklärt, dass etwa der in Deutschland gebaute Minivan C-Max die Erwartungen nicht erfülle.

Produktion des C-Max läuft aus

Genau bei diesem Modell will Ford nun ansetzen: Im Werk Saarlouis mit insgesamt rund 6300 Beschäftigten laufe im kommenden Jahr die Produktion des C-Max aus, sagte die Sprecherin. Das Modell werde nicht neu aufgelegt, der Absatz sinke seit Jahren. Denkbar sei dann ein Betrieb mit zwei statt drei Schichten wie bisher. Eine Schicht entspreche rund 1600 Mitarbeitern.

400 Beschäftigte verließen das Unternehmen sowieso Ende des Jahres in den Ruhestand. Zudem liefen 500 Leiharbeitsverträge, die zum Start der neuen Focus-Produktion Mitte 2018 geschlossen worden seien, Mitte 2019 aus. Über 600 weitere Beschäftigte gingen in den kommenden Monaten in den Ruhestand oder könnten in Altersteilzeit gehen. "Da werden sozialverträgliche Lösungen gefunden", sagte die Sprecherin.

Ford ist zweitgrößter saarländischer Industriebetrieb

Im Saarlouis sprachen Politiker von einem "schweren Schlag" durch den geplanten Personalabbau. Ford als zweitgrößter saarländischer Industriebetrieb sichere die finanzielle Existenz vieler Familien. "Wichtig ist, dass die Betroffenen eine Perspektive bekommen, durch Vorruhestandsregelungen oder Weiterbildungsmöglichkeiten", erklärte der industriepolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine kritisierte, das Land habe große Anstrengungen unternommen, um die Bedingungen für das Werk Saarlouis zu verbessern. "Bedauerlich ist, dass mit der Beendigung von 500 Leiharbeitsverträgen die Leiharbeiter, also die Schwächsten der Belegschaft, wieder als erste die Entscheidungen der Ford Motor Company ausbaden müssen."

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