22.10.2018 
Fiat Chrysler-Aktie legt zu

Mike Manley verkauft Magneti Marelli

Der Autobauer Fiat Chrysler will seine Zuliefertochter Magneti Marelli für 6,2 Milliarden Euro an den japanischen Autozulieferer Calsonic Kansei verkaufen. Damit entstehe ein neuer Gigant in der Branche mit einem Umsatz von 15,2 Milliarden Euro im Jahr, erklärten die Konzerne am Montag gemeinsam in London. Durch den Zusammenschluss entstehe die Nummer 7 in der Branche. Mit einem Abschluss der Transaktion wird im ersten Halbjahr 2019 gerechnet, wenn die Behörden zustimmen, hieß es weiter. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor über den Deal berichtet. Die Aktien des Autokonzerns legten im frühen Handel am Montag um fast fünf Prozent zu.

Der Verkauf von Magneti Marelli kommt indes nicht unerwartet. Schon Anfang 2017 hatte der mittlerweile verstorbene Fiat-Konzernchef Sergio Marchionne die Trennung der Komponententochter angekündigt, jedoch waren die Preisvorstellungen offenbar nicht durchsetzbar. Im vergangenen April deutete der italienisch-amerikanische Konzern schließlich an, die Sparte könne bis Ende des Jahres an die Börse gebracht werden. Tatsächlich hatte Marchionne lange favorisiert, Magneti Marelli abzuspalten und die Anteile dann an die Fiat-Chrysler-Aktionäre zu verteilen. Für eine Notiz an der Mailänder Börse verdüsterten sich aber im Laufe der Zeit die Bedingungen, da die Kurse rund um den Globus infolge des Handelsstreits zwischen China und den USA unter Druck gerieten.

Letztendlich setzte sich nun doch der amerikanische Finanzinvestor KKR durch, der hinter Calsonic Kansei steckt. Das US-Unternehmen hatte den japanischen Zulieferer im vergangenen Jahr für etwa 4,5 Milliarden Dollar von Nissan übernommen und offenbar schon frühzeitig Interesse an der Fiat-Tochter gezeigt. Manley sagte nun, der neue Zulieferer werde weiter zu den wichtigsten Geschäftspartnern des italo-amerikanischen Herstellers gehören.

Für den jetzigen Fiat Chrysler-Chef ist es der erste größere Deal, seit er kurz vor dem Tod des langjährigen Chefs Sergio Marchionne im Juli das Ruder übernahm. Der Konzern kann die Finanzspritze von KKR indes gut brauchen. Denn Neu-Chef Manley hat von Marchionne einen teuren Fünfjahresplan geerbt, der etwa eine Konzentration auf die höherpreisigen Konzernmarken Jeep, Ram, Alfa Romeo und Maserati sowie die Entwicklung von Elektroautos vorsieht.

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