21.03.2019 
Batteriezellenproduktion für Elektroautos

VW gründet europäisches Batterie-Konsortium mit Northvolt

Von und Nils-Viktor Sorge

Die Automobilbranche steht unter Strom: Der Volkswagen-Konzern will in den nächsten zehn Jahren 70 Elektroauto-Modelle und 30 Plugin-Hybridautos anbieten. Daimler hat Anfang September 2018 den Mercedes EQC vorgestellt, den ersten Vertreter seiner Elektroauto-Submarke EQC. Bis 2022 wollen die Schwaben 10 reine Elektroauto-Modelle offerieren. BMW weitet sein Angebot an Elektroautos aus, Tesla drängt mit seinem Einstiegsfahrzeug Model 3 nach Europa - und japanische Hersteller ebenfalls.

Dafür müssen die Autohersteller große Mengen Lithium-Ionen-Batteriezellen einkaufen- vor allem in Asien, wo aktuell ein Großteil der Zellen produziert wird. Der Transport der schweren Zellen ist aufwändig. Doch zu einer eigenen Zellenproduktion konnten sich europäische Autohersteller und Zulieferer aus Kostengründen bisher nicht durchringen. Das stört nicht nur Arbeitnehmervertreter und manche Automanager, die vor Abhängigkeiten warnen. Auch Politiker in Deutschland und der EU fürchten, dass dadurch Arbeitsplätze und Wertschöpfungauf dem Spiel stehen.

Vor gut einem Jahr hat die EU deshalb ein eigenes Projekt gestartet mit dem Ziel, Lithium-Ionen-Zellfabriken in Europa aufzubauen. Und da tut sich in den vergangenen Wochen einiges. Der Autohersteller Volkswagen hat nun verkündet, den Aufbau einer Zellenfabrik zusammen mit dem schwedischen Startup Northvolt voranzutreiben. Dazu schließt sich VW mit weiteren Partnern zum Konsortium "European Battery Union´" zusammen. Geführt wird der Verbund, der sich auch um EU-Fördermittel bewirbt, von VW und Northvolt.

Ende 2018 hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier eine Kooperation mit Polen im Bereich Batteriezellenverkündet, Ziel ist der Aufbau einer gemeinsamen Zellenproduktion - in der Lausitz und in Westpolen. Und auch mit Frankreich will Deutschland bei der Zellenproduktion zusammenarbeiten.

In den Startlöchern stecken soll auch ein weiteres Projekt. Der deutsche Batteriespezialist Varta plant gemeinsam mit Ford eine Batteriezellen-Produktion und bewirbt sich damit für Förderungen. Die deutschen Projekte sollen Bestandteil eines europäischen Gemeinschaftsunternehmens werden - einer Art Airbus der Batterieerzeugung, das asiatischen Herstellern Paroli bieten soll.

Die asiatischen Batteriespezialisten preschen jedoch schon mal vor: Sie investieren vornehmlich in Osteuropa, die ersten Firmen haben schon Spatenstiche gesetzt. Doch auch europäische Startups wittern Chancen: Das Startup Northvolt baut bereits eine Probefertigung und will in Nordschweden ein Riesenwerk aus dem Boden stampfen, ein deutsches Konsortium hat ebenfalls Großes vor. Wir stellen die wichtigsten Player im großen europäischen E-Autoakku-Monopoly vor.

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