06.10.2017 
Teslas Probleme mit Model 3-Fertigung

Dieser Deutsche geht durch Elon Musks "Produktionshölle"

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2. Teil: "Ich hatte nie einen Job, der entspannt war"

Doch bis Ende des Jahres soll die Model 3-Produktion eigentlich auf 5000 Stück pro Woche steigen - und an diesem Ziel hält Tesla weiterhin fest. Der Druck auf Hochholdinger dürfte damit wohl zunehmen. Doch das ist nichts, was der Audi-Veteran nicht schon kennt. Ganze 22 Jahre lang war der gelernte Werkzeugprüfer und diplomierte Werkstoffwissenschaftler in Ingolstadt tätig, zuletzt war er dort für die Produktion von rund 400.000 Fahrzeugen der Audi-Modelle A4, A5 und Q5 zuständig. Seit Juni 2016 ist er Vice President Production bei Tesla. Zuvor feuerte Musk noch seine bisherigen Top-Manager für die Fahrzeugproduktion, Greg Reichow und Josh Ensign.

"Ich hatte nie einen Job, der entspannt war", erklärte Hochholdinger im Oktober 2016 in einem Interview mit der US-Fachzeitschrift Manufacturing Leadership Journal. Bei jeder seiner Aufgaben seien die Ziele "aggressiv" gewesen, so Hochholdinger - und streute damals seinem neuen Arbeitgeber Tesla Rosen. Die Autos, die Tesla herstelle, seien "sieben Jahre weiter als alles, was ich bisher gesehen habe", erklärte Hochholdinger damals.

Allerdings legt Musk die Latte für den Produktionsanlauf extrem hoch: Bereits im Dezember soll Tesla pro Monat 20.000 Model 3-Fahrzeuge bauen, postulierte Musk vor wenigen Monaten. Im Jahr 2018 soll Tesla bereits eine halbe Million Model 3 bauen, ein Jahr später dann eine ganze Million.

Eine solche Hochlaufkurve hat es bei traditionellen Autoherstellern so noch nie gegeben. Musk legt seinem Team ein wahres Höllentempo vor: Den ersten Model 3-Prototypen stellte Musk Ende März 2016 vor, bereits 15 Monate später startete die Serienproduktion. Zum Vergleich: Audi präsentierte den Prototypen seines Tesla-Fighter e-tron quattro im September 2015 auf der IAA, vom Band rollen wird der Elektro-SUV aber erst Mitte 2018.

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