24.10.2018 
Elektroautofabrik in Singapur

Dyson will Tesla herausfordern

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2. Teil: Vom Staubsauger zum Elektroauto - kann das gutgehen?

Noch ist unklar, welche Art von Elektroauto Dyson in Singapur überhaupt produzieren will. Am Standort in Hullavington Airfield, einem ehemaligen Luftwaffenstützpunkt in Großbritannien, arbeitet laut Unternehmensangaben derzeit ein gut 400-köpfiges Team an der Entwicklung eines Elektroautos.

Nach früheren Berichten der "Financial Times" hat der Tüftler und Erfinder James Dyson angeblich Pläne für drei Modelle in der Schublade. Dabei werde das erste wohl mit Lithium-Ionen-Akkus gebaut, um die Zuliefererkette aufzubauen und den Markt zu erkunden. Erst die zwei geplanten weiteren Modelle mit den dann hauseigenen Feststoff-Batterien solle es später in größeren Stückzahlen geben.

David Bailey, Professor für Industriestrategie an der britischen Aston Business School vermutet, dass Dyson mit einem hochwertigen Elektroauto einen Fuß auf den Markt bekommen will - ein Auto, das im Premiumsegment Tesla, BMW oder Jaguar die zahlungskräftigen Kunden abjagen soll.

Vom Staubsauger zum Premium-Elektroautobauer - das ist kein Selbstgänger, möchte man meinen. Kann Dyson ein ernst zu nehmender Konkurrent für Tesla werden? Nicht zuletzt investieren auch deutsche Autobauer Milliarden, arbeiten mit Hochdruck gleich an einer ganzen Elektroauto-Palette.

"Ich glaube, sie unterschätzen das Ausmaß der Herausforderung"

Manche trauen das dem Briten zu. Dyson sei kein Anfänger, das Unternehmen habe in seinem Kerngeschäft viele Jahre lang viel Knowhow in der Produktion von Elektromotoren und Batteriezellen gesammelt. Auch habe das Unternehmen viel Erfahrung darin, globale Lieferketten aufzubauen und weltweit verteilte Fabriken zu managen.

Ob diese Erfahrung Dyson die viel zitierte "Produktionshölle" und spätere "Auslieferungshölle" von Tesla erspart, bleibt abzuwarten. Jedenfalls will der Brite die Fabrik selbst errichten, anstatt die Arbeit an Zulieferer zu vergeben und damit vielleicht auch aus Teslas Fehlern lernen.

Angesichts der Infrastruktur, über die moderne Automobilhersteller bereits verfügen, zeigt sich der Wissenschaftler Bailey aber skeptisch: "Ich glaube, sie unterschätzen das Ausmaß der Herausforderung."

Auch dürfte es nicht einfach werden, auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen. So ist nicht nur Tesla bereits vor Ort. BMW hat unlängst eine Mehrheitsbeteiligung an seinem chinesischen Joint Venture übernommen. General Motors, Volkswagen oder Nissan investieren ebenfalls Milliarden in die Produktion von Elektrofahrzeugen in China.

Dyson sei einer der neuen Akteure in einem grundlegend veränderten Markt, gibt Bailey zu bedenken. Doch das Rennen um die Elektroauto-Vormacht in China sei noch nicht entschieden. "Es hat erst begonnen."

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