01.04.2020 
Coronavirus-bedingte Werksstillegungen der Autobranche

So planen die Autobauer für den Lockdown und danach

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Wegen der Coronavirus-Pandemie mussten Autohersteller und Zulieferer ihre Werke in Europa und den USA großteils stilllegen. Manche planten erstmal eine vorübergehende Produktionspause von zwei Wochen ein - und müssen diese nun teils verlängern. Andere wiederum bereiten bereits ein Wiederanfahren der Bänder vor.

Es könnte also auch in Europa und den USA bald wieder was vom Band laufen - wenn die lokalen Behörden den Autobauern nicht einen Strich durch die Rechnung machen. Im weltgrößten Automarkt - China - laufen ohnehin die meisten Autowerke bereits wieder, weil die Neuansteckungsraten mit dem Covid-19-Virus seit Längerem bei Null geblieben sind. Deshalb haben die chinesischen Behörden die strengen Restriktionen für die Wirtschaft gelockert - auch wenn gerade der deutschen Autoindustrie durch den Einbruch in China erhebliche Einbußen drohen.

Hier ein kurzer Überblick über die aktuellen Planungen der wichtigsten Autohersteller (Stand: 1. April 2020).

Der Volkswagen-Konzern hatte die Produktion an seinen europäischen Standorten Mitte März flächendeckend ausgesetzt - vorerst für zwei Wochen, wie es damals hieß. Nun hat der Autobauer den Produktionsstopp für die deutschen VW-Werke bis 19. April verlängert. Für rund 80.000 Beschäftigte der Volkswagen AG wurde Kurzarbeit eingeführt. Für die anderen Konzernmarken Audi und Porsche gilt noch eine Auszeit bis 9. April. Es wird aber damit gerechnet, dass auch bei diesen VW-Töchtern die Bänder länger stillstehen werden.

Die Kernmarke VW bereitet gleichzeitig das Wiederanfahren der Bänder vor - etwa indem der Abstand zwischen den Mitarbeitern am Band vergrößert wird und Sanitärräume öfter gereinigt werden, um den Mitarbeitern die Angst vor Ansteckung zu nehmen. Bei Porsche heißt es, die Lage werde kontinuierlich beobachtet und Woche für Woche neu entschieden. Auch in anderen Ländern stehen die Bänder bis Ostern still.

In den USA will VW sein Werk in Chattanooga ab dem 5. April wieder anlaufen lassen - vorbehaltlich behördlicher Verfügungen. Immerhin: In China, so vermeldete Volkswagen-Chef Herbert Diess vor zwei Wochen, haben die Autowerke die Produktion fast alle wieder aufgenommen.

Bei dem Stuttgarter Autobauer Daimler ruht ein Großteil der Auto- und Nutzfahrzeugproduktion in Europa und den USA seit dem 23. März. In Deutschland wird der überwiegende Teil der Beschäftigten in der Produktion und zum Teil auch der Verwaltung ab dem 6. April bis zunächst 17. April in Kurzarbeit gehen. Von der Kurzarbeit sind sowohl Pkw- als auch Transporter- und Nutzfahrzeug-Werke betroffen. Für die europäischen Standorte gelten länderspezifische Regelungen.

In Indien fuhr Mercedes-Benz ab 23. März sein Werk ebenfalls herunter. In Daimlers US-Werk in Tuscaloosa, Alabama, sowie im Nutzfahrzeug-Werk in Charleston, South Carolina, stehen die Bänder seit Mitte März still, der Wiederanlauf in Tuscaloosa ist aktuell ab dem 7. April geplant.

In Brasilien pausiert Daimlers Werk ab dieser Woche voraussichtlich bis zum 20. April. Und in Daimlers Transporter-Werk in Argentinien ruht die Produktion bis auf weiteres aufgrund einer staatlichen Anordnung.

Sein Servicenetz von rund 3000 Stützpunkten für Nutzfahrzeuge - also Lkws der Marken Mercedes-Benz und Fuso sowie Daimler-Busse - hält der Konzern aber vorerst aufrecht, wo immer es organisatorisch möglich ist und gesetzliche oder behördliche Auflagen dem Betrieb nicht entgegenstehen. Und in China ist die Arbeit in den Daimler-Werken wieder aufgenommen worden, vermeldeten die Stuttgarter Mitte März

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