25.03.2020 
Hilfsfonds für Corona-geschädigte Firmen

Warum deutsche Autobauer Staatshilfe noch scheuen

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Es ist sind Ankündigungen mit Zahlen, die Schwindel erregen: Mehrere hundert Milliarden Euro will die deutsche Bundesregierung in ihren "Wirtschaftsstabilisierungsfonds" stecken. Er soll durch die Coronavirus-Pandemie ins Taumeln geratenen Unternehmen unter die Arme greifen. Zu den geplanten Maßnahmen gehören Staatsgarantien für Verbindlichkeiten von bis zu 400 Milliarden Euro. Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) soll Kredite von bis zu 100 Milliarden Euro für Firmen bereitstellen. Und weitere 100 Milliarden Euro sollen für direkte Unternehmensbeteiligungen bereitstehen.

Bei der KfW sind nun bereits Anträge auf Notfallkredite in Gesamthöhe von rund zwei Milliarden Euro eingegangen. Der Löwenanteil davon entfällt auf vier besonders große Darlehensanfragen, deren Namen die KfW nicht nennen will. Die deutsche Reisebranche ruft bereits laut nach Staatshilfen, ebenso die Modebranche - bloß nicht Deutschlands Vorzeigeunternehmen aus der Autoindustrie.

Zwar hoffen erste Automobilzulieferer wie der Kabelspezialist Leoni nun auf mögliche Staatshilfen. Doch die großen Konzerne dürften unter den jetzigen KfW-Antragsstellern nicht zu finden sein - und wohl auch in naher Zukunft nicht, wenn die Prognosen der Autobauer korrekt sind.

Denn die Konzerne zeigen sich nach aktuellem Stand durch die Bank überzeugt, die Coronakrise und einen drohenden Wirtschaftsabschwung aus eigener Kraft meistern zu können. "Daimler benötigt keine Staatshilfe", erklärte etwa CEO Ola Källenius vor kurzem in einem Interview mit dem "Handelsblatt". Über einen solchen Schritt habe man bislang nicht diskutiert. Die Auftragslage der Industrie vor der Coronakrise sei "sehr gut" gewesen, Daimler sei "mit einer hohen Liquidität solide ausgestattet".

Volkswagen, BMW halten eigene Liquiditätsreserven für reichlich

Im Klartext: Die Schwaben haben noch genügend Geld auf der hohen Kante, um nicht den Staat anpumpen zu müssen. Ganz ähnlich fällt die Argumentation des Konkurrenten BMW aus. Der Münchener Autobauer geht davon aus, die Krise "aus eigener Kraft bewältigen zu können", hieß es auf Anfrage von manager-magazin.de. BMW habe keine Staatshilfen beantragt "und es gibt hierfür auch keine Pläne". Die aktuelle Liquidität von 17,4 Milliarden Euro gebe BMW "einen soliden Handlungsspielraum", heißt es bei dem Autobauer.

Beim deutschen Autoriesen Volkswagen , der ohnehin das Land Niedersachsen im Rücken hat, wird ganz Ähnliches verlautet: Aufgrund der zuletzt guten Geschäftslage fühle man sich mit der aktuellen Liquiditätssituation und den Reserven "relativ sicher", heißt es aus dem Konzern. Und auch die aktuellen Kreditlinien dürften reichen, um der Corona-Krise zu begegnen. So ähnlich hatte es der Konzern bereits vor einer Woche auf seiner Bilanzpressekonferenz dargestellt.

Der US-Autohersteller Ford , der in Köln und Saarlouis große Werke betreibt, will seine deutsche Tochter ebenfalls nicht bei der KfW vorsprechen lassen. Um die Corona-Krise ohne staatliche Unterstützung zu meistern, hat die US-Mutter vor kurzem 15,4 Milliarden Dollar aus zwei bestehenden Kreditlinien abgerufen. Zugleich wird die Dividende ausgesetzt. Für die Liquiditätsplanung sei die Zentrale in Detroit zuständig, heißt es bei Ford Deutschland auf Nachfrage. Deren Entscheidungen seien bindend. Deshalb habe auch Ford of Europe "im Moment nicht" um deutsche Staatshilfen angesucht.

US-Konkurrent General Motors zapft nun ebenfalls seine bestehenden Kreditlinien an - und will so Ende März auf 15 bis 16 Milliarden Dollar Cash kommen.

Von der deutschen Marke Opel, die zum französischen PSA-Konzern gehört, steht die Antwort auf eine Anfrage von manager-magazin.de noch aus.

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