14.01.2019 
Gewinnmarge dürfte sinken

Continental leidet unter schwachen Automärkten

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental rechnet 2019 wegen der schwachen Automärkte mit einer weiter sinkenden Profitabilität. Die Marge auf Basis des um Sondereffekte bereinigten Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde im laufenden Jahr zwischen 8 und 9 Prozent liegen, teilte das im Dax notierte Unternehmen am Montag in Hannover mit. Von Bloomberg befragte Experten hatten bisher für das laufende Jahr eine Marge von zirka 9,2 Prozent auf dem Zettel. 2018 fiel die Marge auf zirka 9,2 (2017: 10,8) Prozent.

Beim Umsatz peilt Continental einen Anstieg auf 45 bis 47 (2018: rund 44,4) Milliarden Euro an. Hier liegt die durchschnittliche Expertenprognose bisher bei etwas mehr als 46 Milliarden Euro. An der Börse sorgten die 2019er-Ziele für Kursverluste. Die Aktien notierten zuletzt 0,71 Prozent niedriger bei 125,60 Euro. Der Kurs der Aktie gab in den vergangenen zwölf Monaten fast um die Hälfte nach.

"Die rückläufige Marktentwicklung wird sich aller Voraussicht nach im ersten Halbjahr unverändert fortsetzen", hieß es in der Mitteilung. "Gründe dafür sind vor allem die weiterhin schwache Nachfrage in China, der Handelsstreit zwischen USA und China sowie weiter geringe Abrufzahlen in Folge der WLPT-Umstellung in Europa." Hinzu komme die allgemeine Brexit-Unsicherheit, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. Im zweiten Halbjahr sollte der Markt dann im Vergleich zur niedrigen Vorjahresbasis anziehen.

Über das Jahr gesehen geht Schäfer davon aus, dass das Produktionsvolumen von Autos und leichten Nutzfahrzeugen ungefähr auf dem Vorjahresniveau liegen wird. Conti gibt die Prognosen für das laufende Jahr erstmals in Bandbreiten an. Schäfer begründete dies mit dem zunehmend volatilen Marktumfeld. "In Phasen solch tiefgreifenden, technologischen Wandels in der Automobilindustrie wie derzeit und eines zunehmend mehrdeutigen, unsicheren wirtschaftlichen Umfeldes suggerieren punktgenaue Prognosen eine Genauigkeit, die sie schlicht nicht mehr haben können", sagte er.

Die deutsche Autoindustrie hatte kein gutes Jahr 2018 - und mit dem Urteil zu den grundsätzlich zulässigen Dieselfahrverboten in deutschen Großstädten im Februar ging es erst los. Die Automanager verstehen sich schon lange darauf, über hohe Kosten für Elektroantriebe und neue Technik zu klagen, um nach den vielen Boomjahren die Erwartungen zu dämpfen. Doch mittlerweile braut sich ein Sturm zusammen. An der Börse schlägt sich die Tristesse schon länger in stark gedrückten Kursniveaus nieder.

Überblick: Der Herbst der deutschen Autoindustrie

Trotz Verkaufsrekord - Autobauer vor zahlreichen Problemen

Volkswagen , Daimler und BMW verkauften zusammengenommen 2018 fast 15,8 Millionen Fahrzeuge, soviel wie noch nie. Doch unterm Strich wird es diesmal vor allem bei den Premiummarken deutlich mauer aussehen als in den Rekordjahren zuvor. Daimler und BMW muteten über das Jahr ihren Anlegern Gewinnwarnungen zu, VW klammerte bei der Ergebnisprognose die wieder einmal spürbaren Sondereinflüsse aus. Und die Aussichten bleiben düster, wie sich an der Lage der Zulieferer zeigt, die reihenweise schlechte Zahlen vorlegen oder ihre Aussichten kappen müssen.

Zu dem Problem des Dieselniedergangs kam im vergangenen Jahr noch eine ganze Latte hinzu: Der seit September geltende Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP wirbelte vor allem im VW-Konzern die Produktion durcheinander und damit den ganzen Markt in Europa.

la/dpa-afx/reuters

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