07.05.2019 
Neue Finanzierungsrunde für Elektroauto-Produktion Ende 2019

E-Auto-Start-up Byton könnte bald Milliarden wert sein

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Das E-Auto-Start-up Byton will weitere 500 Millionen Dollar von Investoren einsammeln - und steigerte seinen Wert so auf 2,5 Milliarden Dollar. Der staatliche Autobauer FAW soll Byton dabei erneut unter die Arme greifen. Der Zeitplan ist ambitioniert. Ende dieses Jahres soll das erste Elektro-SUV vom Band rollen und 2020 auch in Europa zu kaufen sein.

Das chinesische Elektroauto-Start-up Byton kann in einer neuen Finanzierungsrunde offenbar auf tatkräftige Unterstützung des staatlichen Autobauers FAW hoffen. Allein FAW werde umgerechnet rund 100 Millionen Dollar in Byton investieren, das insgesamt 500 Millionen Dollar einsammeln will, berichtet Bloomberg.

Sollte die Finanzierungsrunde wie erhofft über die Bühne gehen, würde Byton mit 2,5 Milliarden Dollar bewertet und könnte damit zu anderen hochbewerteten chinesischen Elektroauto-Start-ups aufschließen oder sie sogar überholen. Laut "FAZ" sollen Geldgeber bislang eine Milliarde Dollar in das junge Unternehmen investiert haben.

Der Boom um das staatlich forcierte Elektroauto in China ist enorm. In China wurde im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte des weltweiten Umsatzes mit Elektroautos erzielt. Etwa 500 Unternehmen im Reich der Mitte sind als Elektroautobauer registriert. Doch kaum zwei Dutzend bauen tatsächlich E-Mobile und nur wenige haben bislang überhaupt fertige Elektroautos auf die Straßen von Chinas Metropolen gebracht.


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Der Kapitalhunger der E-Auto-Start-ups ist gewaltig. Und die Investoren geben Geld: acht Milliarden Dollar allein im vergangenen Jahr, schätzt BloombergNEF.

Byton verfügt über eine Fabrik in Nanjing. Das Debütmodell "M-Byte" soll hier im vierten Quartal dieses Jahres vom Band auf den chinesischen Markt rollen. 150.000 Fahrzeuge peilt Byton für das erste Jahr an und will den Produktionsausstoß binnen Kürze gar auf 300.000 verdoppeln. Nach verschiedenen Berichten sollen bis zu 55.000 Reservierungen für das neue Auto vorliegen.

Mitte kommenden Jahres soll das Elektro-SUV auch in Nordamerika und Europa zu kaufen sein, hatte mit Daniel Kirchert einer der Byton-Gründer in einem Bloomberg-Interview erklärt. Byton erwägt laut Bloomberg den Gang an die Börse, Details sind bislang aber nicht bekannt.

FAW und Byton sind schon länger miteinander verbandelt. Der staatliche Autobauer hatte bei einer früheren Finanzierungsrunde umgerechnet 260 Millionen Dollar in das Start-up investiert. Später hatte das bis vor kurzem von Ex-BMW-Manager Carsten Breitfeld geführte Start-up die FAW-Tochter Tianjin Huali übernommen und sich damit eine Produktionslizenz für die beabsichtigte Serienfertigung von Elektroautos gesichert.

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