18.02.2019 
Wettbewerber könnten Autos weiterreichen

Porsche-Käufer zahlen bei hartem Brexit deutlich mehr

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2. Teil: Honda verlässt England - Britische Krise gefährdet auch deutsche Jobs

Noch ist völlig unklar, ob es zu einem geregelten Austritt Großbritanniens aus der EU oder einem sogenannten harten Brexit kommt. Schon längst aber hinterlässt die Unsicherheit darüber Spuren in der volkswirtschaftlichen Bilanz: So wuchs die britische Wirtschaft im Schlussquartal 2018 kaum noch, fuhren Autobauer und die Stahlindustrie auf der Insel ihre Produktion deutlich herunter, rutschten die Investitionen mit 3,7 Prozent so stark ab wie seit 2010 nicht mehr.

Die britische Autoindustrie selbst musste im vergangenen Jahr den schwersten Einbruch seit der Finanzkrise hinnehmen: Nach SMMT-Zahlen fielen die Verkäufe um fast 7 Prozent auf 2,37 Millionen Fahrzeuge. Mit dafür verantwortlich machte der Verband die Dieselkrise und den Einbruch bei Dieselfahrzeugen. SMMT betonte aber auch, dass der Brexit für die britische Autoindustrie eine "existentielle Bedrohung" darstelle.

Nissan verlagert SUV-Produktion, Honda schließt Fabrik in England

In der britischen Autobranche arbeiten 850.000 Menschen. Jaguar Land Rover kündigte unlängst an, massiv Stellen abbauen zu wollen, Nissan erklärte, die nächste Generation seines SUV-Modells X-Trail nicht mehr in England, sondern in Japan zu bauen.

Honda wiederum will 2021 seine Fabrik mit 3500 Beschäftigten im britischen Swindon schließen, wie das Unternehmen am Dienstagmorgen bestätigte. Die Fabrik macht damit rund 10 Prozent der gesamten Autoproduktion Großbritanniens aus.

Doch nicht nur in Großbritannien selbst werden Jobs in der Autoindustrie verloren gehen. Ein ungeordneter Brexit könnte in der Konsequenz auch in Deutschland bis zu 15.000 Stellen in der Autoindustrie kosten, prognostizierte zuletzt eine Studie des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).

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