06.04.2019 
Illegale Absprachen mit VW und Daimler

BMW stellt wegen EU-Kartellverfahren eine Milliarde Euro zurück

Der bayerische Autobauer BMW stellt wegen eines EU-Kartellverfahrens über eine Milliarde Euro zurück. Dies werde das Ergebnis des ersten Quartals entsprechend belasten, teilte der Autobauer am Freitagabend mit. Da die Prüfung der Beschwerdepunkte der EU-Kommission und die Akteneinsicht einige Zeit in Anspruch nehmen werde, ließen sich die finanziellen Auswirkungen derzeit nicht abschließend beurteilen. Die Aktie von BMW gab am Freitag im späten Handel deutlich nach.

Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit werde die EU-Kommission einen Bußgeldbescheid in signifikanter Höhe erlassen. Daher müsse der Konzern nach den internationalen Bilanzstandards die Rückstellung bilden.

Die Ebit-Marge für das Segment Automobile für das laufende Jahr senkte BMW. Sie werde voraussichtlich ein bis 1,5 Prozentpunkte unter dem bisherigen Korridor von sechs bis acht Prozent liegen.

Die EU-Kommission vermutet illegale Absprachen in der deutschen Autoindustrie bei der Abgasreinigungstechnik. BMW, Daimler und Volkswagen sollen den Angaben zufolge von 2006 bis 2014 gegen EU-Kartellvorschriften verstoßen haben, indem sie sich bei der Entwicklung von Technologien zur Reinigung der Emissionen von Diesel- und Benzin-Pkw absprachen. "Die BMW Group wird sich gegen die Vorwürfe der EU-Kommission - wenn erforderlich - mit allen rechtlichen Mitteln zur Wehr setzen", teilte der Münchener Konzern weiter mit.

la/reuters

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