10.02.2019 
Marktanteil von 24 Prozent

VW, BMW und Daimler wachsen in China gegen den Trend

Chinas Automarkt ist im vergangenen Jahr erstmals seit zwei Jahrzehnten geschrumpft. Volkswagen, Daimler und BMW aber konnten gegen den Negativtrend mehr Autos verkaufen. Das Problem: Die Abhängigkeit von China wächst.

Die deutschen Autobauer haben sich im vergangenen Jahr gegen den Abwärtstrend auf dem chinesischen Markt gestemmt. Volkswagen, BMW und Daimler verkauften in China 2018 gut 5,5 Millionen Pkw, geht aus einer am Sonntag veröffentlichten Analyse der Unternehmensberater von Ernst & Young hervor.

Während der chinesische Automarkt zum ersten Mal seit 20 Jahren um 4 Prozent schrumpfte, konnten die deutschen Hersteller dort in Summe um 2 Prozent zulegen und kamen so auf einen Marktanteil von knapp 24 Prozent.

Damit wächst die Abhängigkeit der Deutschen vom chinesischen Markt: Etwa jedes dritte Auto, das Volkswagen BMW und Daimler im vergangenen Jahr verkauften, ging an chinesische Käufer. Bei Volkswagen ist der Anteil durch eigene großen Produktionen vor Ort noch größer. Vier von zehn Autos verkauft Volkswagen in China und hat dort mittlerweile einen Marktanteil von rund 18 Prozent.

Zugleich ist ungewiss , wie es weitergeht. "Es ist derzeit völlig unklar, ob der Absatzrückgang anhält, oder ob sich der Markt wieder erholt", sagt Ernst & Young-Partner Peter Fuß. Viel hänge vom Handelsstreit zwischen den USA und China ab. Eine längere Schwächephase wird nach Einschätzung von Fuß aber von der chinesischen Regierung verhindert werden.

"Die chinesische Regierung hat bereits in früheren Schwächephasen eingegriffen und etwa mit Steuervergünstigungen den Neuwagenmarkt angekurbelt", sagt er. Er sieht eher Anzeichen dafür, dass es wieder milliardenschwere Konjunkturprogramme geben könnte, von denen dann auch der Pkw-Markt profitieren dürfte.

Die Zeiten des ungebremsten Wachstums seien zwar vorbei. Allerdings sei die Motorisierungsrate nach Berechnungen von EY in China noch weit von deutschen Standards entfernt. Dort kamen auf 100 Einwohner zuletzt 14,5 Autos - in Deutschland sind es 56,1. Die Nachfrage dürfte also bleiben.

rei/dpa

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