25.06.2019 
Peter Altmaiers Elektromobilitäts-Pläne

Mit drei Batterie-Konsortien zum Elektroauto-Weltmeister

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Für seine Industriestrategie hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zuletzt viel Kritik einstecken müssen. Mit einem zentralen Projekt im Zuge dieser Strategie kommt der CDU-Mann aber offensichtlich voran: So will Altmaier dem Aufbau einer riesigen Batteriezellfertigung den Weg ebnen und damit die Grundlage schaffen für einen breiten Schwenk der Autoindustrie Richtung Elektroantrieb. Das sollte am Montagabend zum wichtigen Thema beim Autogipfel im Kanzleramt werden.

Jahrelang haben die deutschen Autohersteller und Zulieferer bei einem zentralen Bauteil von Elektroautos eher zugesehen als agiert: Bei der Produktion von Batteriezellen für Elektroautos preschten zuerst die japanischen und nun die chinesischen Anbieter vor. Deutsche Firmen haben sich zwar an der Zellenproduktion im Industriemaßstab versucht, sind daran aber entweder wie Daimler in Kamenz gescheitert oder haben sich wie Bosch aus Kostengründen dagegen entschieden.

Deshalb kaufen die deutschen Autobauer nun ihre Zellen für die kommende Elektroauto-Modelle bei asiatischen Herstellern zu - womit natürlich auch ein größerer Teil der Wertschöpfung Richtung Asien wandert. Diese neue Abhängigkeit stört nicht nur Betriebsräte bei Autoherstellern, sondern auch die Politik bis hinauf zur EU-Ebene. Die EU Kommission hat mit der sogenannten "European Battery Alliance" einen Fahrplan bis ins Jahr 2023 aufgestellt. Bis zu zehn Zellenfabriken in Größe von Teslas "Gigafactory" werden europäische Autohersteller benötigen, heißt es darin. Der Wettlauf um die Riesen-Batteriewerke hat längst eingesetzt.

Die größten Autohersteller der EU sitzen nun mal in Deutschland - und Altmaier legt sich nun ins Zeug. Eine Milliarde Euro an Fördergeldern für den Aufbau der Batteriezellfertigung hat der Wirtschaftsminister in Aussicht gestellt. Bis Mitte März konnten sich Konsortien für Fördergelder bewerben, sieben Bewerbungen sind eingegangen - trotz aller Skepsis der Autobranche, ob und wie sich die Zellfertigung rechnen kann.

Noch will Altmaier die Katze nicht ganz aus dem Sack lassen

Anfang Mai stellte Altmaier gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Bruno Le Maire das erste Konsortium vor, das Fördergelder erhalten wird: In dem deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmen sind neben dem Autobauer PSA (Peugeot, Citroen, Opel) unter anderem auch Siemens und der deutsche Batteriespezialist Manz vertreten. "Weitere Konsortien werden folgen", erklärte Altmaier damals.

Nun hat sich sein Ministerium offenbar auf weitere zwei Kandidaten festgelegt. Neben dem Konsortium aus Opel, Peugeot und der Total-Tochter Saft stehen laut Altmaier zwei weitere Konsortien "kurz davor, sich für den Aufbau von Batteriproduktionsstätten zu entscheiden." Das erklärte Altmaier gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Ähnliche Aussagen hatte Altmaier bereits vergangenen Donnerstag gemacht - wohl nicht ganz zufällig einige Tage vor dem heute stattfindenden "Autogipfel" im Bundeskanzleramt.

Altmaier ließ gegenüber den beiden Stuttgarter Medien aber auch seine Motivation für die Förderung durchblicken. Man müsse dafür sorgen, so Altmaier, dass die mit E-Autos verbundene neue Wertschöpfung in Deutschland stattfinde. "Es wird einen Riesenbedarf an elektrischen Batterien geben, die kommen derzeit alle aus Japan, Korea und aus China", so Altmaier weiter. "Wir müssen den Ehrgeiz haben, die besten Batterien der Welt in Deutschland und Europa zu bauen."

Gegenüber dem ARD-Morgenmagazin fand Altmaier noch eine eingängigere Formulierung: ""Es wird nur eine Lösung geben, wenn wir auch Weltmeister werden im Bau von umweltfreundlichen, nachhaltigen Fahrzeugen, mit denen wir unsere CO2-Klimaziele erreichen können", erklärte Altmaier dort.

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